Schulen
Schul-Offensive gegen islamistische Verführer

Dass junge Menschen auf pseudoreligiöse Verführer hereinfallen - dass soll ein neues Programm der Landesregierung verhindern. Theater, Lesungen und Comics werden kostenlos zur Verfügung gestellt.

Montag, 05.12.2016, 14:32 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 05.12.2016, 14:24 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 05.12.2016, 14:32 Uhr

Düsseldorf (dpa/lnw) - Um den Islamisten den jugendlichen Nachwuchs zu entziehen, setzt die Landesregierung nun in den Schulen an. Mit Lesungen, einem Theaterstück und Comic-Workshops sollen Schüler künftig vor den Menschenfängern gewarnt werden, bevor sie in die Szene abzurutschen drohen. Der Salafismus sei die am stärksten wachsende extremistische Ideologie in Deutschland, sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger ( SPD ) am Montag. Die Islamisten hätten es verstärkt auf Kinder und Jugendliche abgesehen und oft «einen direkten Draht ins Kinderzimmer».

Wie die Gehirnwäsche funktioniert, mit der die Salafisten Nachschub rekrutieren, das erklären Schriftsteller, Schauspieler und Comic-Zeichner künftig direkt in den Schulen, die die Angebote kostenfrei buchen. Mehr als 200 Lehrern und Sozialarbeitern wurden sie am Montag in Düsseldorf vorgestellt. «So manche Schule hätte lieber drüber weggeguckt, um nicht nach außen den Anschein eines Problems zu erwecken, sagte Schul-Staatssekretär Ludwig Hecke. Inzwischen beschäftigten sich bereits mehr als 1000 Schulen mit dem Thema.

Zu den Angeboten gehört das Theaterstück «Dschihad One-Way» des Jungen Theaters Hof. Das Stück erzählt aus der Perspektive eines Vaters, dessen Sohn Lukas nach Syrien verschwunden ist. Eines Abends habe es an der Garderobe geklopft und ein solcher Vater eines Dschihadisten habe tatsächlich vor der Tür gestanden, berichtete Theaterleiter Bernd Plöger.

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