Flügel von Schwertransporter gerutscht
Zwei Verletzte bei Windrad-Unfall auf Autobahn 33

Bielefeld -

Folgenschwerer Unfall auf der A 33 bei Bielefeld. Am frühen Morgen hat ein Lkw einen Schwertransporter gerammt. Der aufgeladene Windradflügel drehte sich quer über die Autobahn.

Mittwoch, 17.05.2017, 01:04 Uhr

Flügel von Schwertransporter gerutscht : Zwei Verletzte bei Windrad-Unfall auf Autobahn 33
Bei einem Auffahrunfall auf der A33 bei Bielefeld ist ein Windradflügel von einem Schwertransporter gerutscht und hat am Dienstagmorgen für massive Verkehrsbehinderungen gesorgt. Foto: dpa

Wie die Polizei berichtet, wollte ein mit einem Windradflügel beladener Schwerlasttransporter am Dienstagmorgen um fünf Uhr von der A33 abfahren, unmittelbar dahinter befand sich zur Absicherung ein Begleitfahrzeug.

Aus ungeklärter Ursache touchierte ein Lkw-Fahrer einer Spedition aus Rheine zunächst das Begleitfahrzeug. Beim anschließenden Ausweichmanöver fuhr der Lkw laut Schilderung der Polizei auf die Spitze des Windradflügels auf, sodass dieses vom Schwertransporter geschoben wurde und quer über beide Fahrbahnen der A33 liegen blieb. Der Fahrer des Lastwagens wurde bei der Kollision mit dem Windradflügel schwer verletzt.

Lkw kracht in Windradflügel

1/6
  • Bei einem Auffahrunfall auf der A33 bei Bielefeld ist ein Windradflügel von einem Schwertransporter gerutscht und hat am Dienstagmorgen für massive Verkehrsbehinderungen gesorgt.

    Foto: dpa
  • Die Autobahn wurde in beide Richtungen gesperrt, es kam zu kilometerlangen Staus

    Foto: dpa
  • Ein Lkw fuhr in den verrutschten Windradflügel hinein.

    Foto: dpa
  • Durch den Aufprall bei dem Auffahrunfall verschob sich der Flügel und ragte auf die Gegenfahrbahn.

    Foto: dpa
  • Der Fahrer des auffahrenden Lastwagens wurde verletzt, wie die Polizei mitteilte.

    Foto: dpa
  • Die A33 kann nach Polizeiangaben frühestens am Dienstagmittag wieder freigegeben werden.

    Foto: dpa

Auf der Gegenfahrbahn erfasste ein Lkw-Gespann ebenfalls den Windradflügel, auch dieser Fahrer musste ins Krankenhaus gebracht werden. Zudem touchierte ein Auto das Hindernis mit seinem Dach.

Die Autobahn wurde in beide Richtungen gesperrt, es kam zu kilometerlangen Staus. Zunächst war unklar, ob der Flügel auf einen anderen Transporter umgeladen werden konnte. Die A33 kann nach Polizeiangaben frühestens am Nachmittag wieder freigegeben werden.

Den entstandenen Sachschaden beziffert die Polizei mit etwa 460.000 Euro.

Transport von Windrädern

Deutschland hat nach Angaben des Bundesverbandes Windenergie 27 270 Windräder (Stand: Ende 2016). Vergangenes Jahr wurden 1624 davon neu errichtet. Gängige Anlagen sind heute bis zu 130 Meter hoch, rund 90 Meter Durchmesser haben ihre Rotoren. Die Einzelteile werden erst am Standort zusammengesetzt. Die Gondel, an welcher der Rotor angebracht ist, wird in der Regel komplett montiert per Lkw dorthin gefahren. Sie kann je nach Leistung des Windrades zusammen mit dem Rotor bis zu 109 Tonnen wiegen. Wenn die Rotorblätter maximal 35 Meter lang sind, werden meist alle drei mit einem Mal transportiert. Sind sie länger, dann einzeln. Die gängigsten Türme sind aus Stahl. Diese sind in zwei bis fünf Segmente von je 20 bis 30 Meter Länge unterteilt, wovon jedes bis zu 250 Tonnen wiegen kann. Haben sie einen Durchmesser von mehr als vier Metern ist der Transport - etwa unter Brücken hindurch - schwierig. Zuweilen werden sie dann erst am Standort hergestellt.

...
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4837997?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947951%2F
Nachrichten-Ticker