Strafvollzug
Rätsel: Tod eines Häftlings nach Legionellen-Infektion

Hagen (dpa/lnw) - Nach dem Tod eines Häftlings des Hagener Gefängnisses sind den Behörden keine weiteren Legionellen-Infektionen bekannt. Die Krankheit sei bisher weder bei Mitarbeitern noch bei Gefangenen der Justizvollzugsanstalt festgestellt worden, sagte ein Sprecher des Justizministeriums in Düsseldorf am Donnerstag. Der 47-jährige Häftling war in der vergangenen Woche nach einer Legionellen-Infektion gestorben.

Donnerstag, 18.10.2018, 09:12 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 18.10.2018, 09:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 18.10.2018, 09:12 Uhr
Legionellen werden in einer Petrischale gezeigt. 
Legionellen werden in einer Petrischale gezeigt.  Foto: Jens Wolf

Der 47-Jährige sei im geschlossenen Vollzug untergebracht gewesen, als er zunächst Grippe-Symptome gezeigt habe. Trotz Behandlung war er am vergangenen Freitag einem Multiorganversagen erlegen.

Das Gesundheitsamt der Stadt Hagen habe bereits bei einer Untersuchung am 11. Oktober - kurz nach der Erkrankung des Häftlings - keine Legionellen-Erreger in der JVA aufspüren können, sagte der Ministeriumssprecher. Das Gesundheitsamt habe in dem Gefängnis Wasserproben entnommen. Ergebnisse lägen noch nicht vor. Eine Möglichkeit sei eine Ansteckung beim Duschen. Daher werde man die Duschen im betroffenen Gebäude vorsorglich mit Sterilfiltern ausrüsten.

In Wasserdampf können sich Legionellen verbreiten und beim Einatmen zur Infektion führen. Um Erreger aufzuspüren, seien auch Zellen nach E-Zigaretten durchsucht worden, da sich bei deren Nutzung ebenfalls Dampf bildet. Gefunden hätten die Mitarbeiter aber nichts, hieß es vom Ministerium.

Legionellen können zu Lungenentzündung führen, können aber mit Antibiotika bekämpft werden. Das Robert Koch-Institut registrierte 2016 etwa 1000 in Deutschland und im Ausland erworbene Infektionen. 45 Menschen starben daran.

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