Prozesse
Zahnarzt bestreitet Anti-Falten-Behandlung

Nicht um die Zähne, sondern um die Falten seiner Patientinnen soll sich ein Düsseldorfer Zahnarzt gekümmert haben. Doch der bestreitet, ihnen Botox-Spritzen verabreicht zu haben.

Freitag, 09.11.2018, 16:42 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 09.11.2018, 16:33 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 09.11.2018, 16:42 Uhr
Das Landgericht und Amtsgericht Düsseldorf.
Das Landgericht und Amtsgericht Düsseldorf. Foto: Jan-Philipp Strobel

Düsseldorf (dpa/lnw) - Ein Düsseldorfer Zahnarzt hat vor Gericht bestritten, Patienten mit Anti-Falten-Spritzen behandelt zu haben. Die Vorwürfe seien falsch, sagte der 57-Jährige am Freitag in dem Verfahren am Amtsgericht Düsseldorf. Er habe seit seiner letzten Verurteilung im Jahr 2013 niemanden mehr mit dem Nervengift Botox behandelt. Der Dentist war als Wiederholungstäter mehrfach zu Geldstrafen von bis zu 18 000 Euro verurteilt worden.

Staatsanwalt Uwe Kessel wirft dem Mann vor, von 2014 bis 2015 in vier Fällen bei zwei Eheleuten Botox und Hyaluron in Lippen, Stirn, Nase und Wangen gespritzt zu haben, obwohl er dazu als Zahnarzt nicht befugt gewesen sei.

Sein einstmals bester Freund und dessen Frau wollten sich mit der Falschbeschuldigung an ihm rächen, behauptete dagegen der 57-Jährige. «Ich habe dem Mann damals einen Kontakt zu einem Stammzellforschungsinstitut gemacht. Das ist inzwischen pleite.» Sein Bekannter habe dabei einen fünfstelligen Verlust erlitten.

«Ich habe weder die Frau noch deren Mann mit Botox behandelt», beteuerte der Angeklagte. Er habe seine Zulassung als Arzt verloren und sei schon länger «für Pharmafirmen als Referent weltweit unterwegs».

Die Botox-Behandlungen führe in seinen Düsseldorfer Praxisräumen schon seit Jahren eine dazu befugte Allgemeinmedizinerin durch. Um das zu klären, sollen nun Zeugen gehört werden. Der Prozess wird am 19. November fortgesetzt.

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