Urteile
Messerangriff im Jobcenter: Siebeneinhalb Jahre Haft

Ein psychisch kranker Mann geht mit einem Messer ins Jobcenter und sticht auf einen Mitarbeiter ein. Jetzt wurde er zu einer Haftstrafe verurteilt. Ins Gefängnis muss er aber nicht.

Freitag, 09.11.2018, 17:12 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 09.11.2018, 17:04 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 09.11.2018, 17:12 Uhr
Das Gebäude in dem das Landgericht, Amtsgericht und Arbeitsgericht Essen untergebracht sind.
Das Gebäude in dem das Landgericht, Amtsgericht und Arbeitsgericht Essen untergebracht sind. Foto: Bernd Thissen

Essen (dpa/lnw) - Nach einem Messerangriff im Jobcenter Hattingen ist ein psychisch kranker Mann zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Ins Gefängnis muss der 38-Jährige aber nicht. Die Richter am Essener Landgericht haben am Freitag die sofortige Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie angeordnet. Der Angeklagte hatte am 4. Dezember 2017 einen Sachbearbeiter aufgesucht und sofort mit einem Küchenmesser zugestochen. Das Opfer erlitt schwerste Verletzungen im Bauchbereich. Das Leben des 59-jährigen Mannes konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden. «Er hat um sein Leben gekämpft», sagte Richter Jörg Schmitt.

Laut Urteil leidet der Angeklagte unter paranoider Schizophrenie. Er wittere ständig Verschwörungen und habe Halluzinationen. Im Prozess hatte er die Tat zwar gestanden, eine Tötungsabsicht aber bestritten. Die Richter gehen jedoch davon aus, dass der 38-Jährige den Tod des Jobcenter-Mitarbeiters zumindest billigend in Kauf genommen hat.

Dem Angeklagten waren wegen fehlender Kooperation die Leistungen gestrichen worden. Er hatte auf die Briefe des Jobcenters nicht mehr reagiert und Gesprächstermine verstreichen lassen. Trotz guter Ausbildung war der 38-Jährige ins Obdachlosenmilieu abgerutscht. Das Urteil lautet auf versuchten Mord.

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