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Merz: Wahl des neuen Vorsitzenden ist «Zäsur» für CDU

Oeventrop (dpa) - Der Bewerber für den CDU-Bundesvorsitz, Friedrich Merz, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel für den Fall seines Wahlsieges einen «fairen, anständigen und loyalen» Umgang zugesagt. Das sei für ihn «vollkommen selbstverständlich», sagte der ehemalige Unionsfraktionschef am Samstag in Arnsberg-Oeventrop. Merz sprach als Gastredner beim Kreisparteitag der Hochsauerland-CDU. Die knapp 500 Delegierten wollten ihn als Kandidaten für die Nachfolge von Parteichefin Merkel nominieren. Dass er ein «Anti-Merkel» sei oder eine «Abrechnung» mit Merkel wolle, sei «alles dummes Zeug», sagte Merz. Er hatte 2002 den Unionsfraktionsvorsitz an Merkel abgeben müssen.

Samstag, 10.11.2018, 12:02 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 10.11.2018, 11:52 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 10.11.2018, 12:02 Uhr
Friedrich Merz, Kandidat für den CDU-Bundesvorsitz.
Friedrich Merz, Kandidat für den CDU-Bundesvorsitz. Foto: Rolf Vennenbernd

Der Wechsel an der Spitze der CDU werde ein «Einschnitt» für die Bundes-CDU, sagte Merz. Die Wahl des oder der neuen Vorsitzenden beim Bundesparteitag am 7. Dezember in Hamburg werde «eine tiefe Zäsur in der Geschichte unserer Partei» sein. Daraus müsse der oder die neue Vorsitzende eine Chance machen. Für viele sei die CDU nicht mehr eine moderne und zukunftsorientierte Partei. Merz sprach sich zugleich dafür aus, über eine Begrenzung der Amtszeiten von Kanzler und Ministerpräsidenten in Deutschland nachzudenken.

Aussichtsreichste Kandidaten für den CDU-Vorsitz sind neben Merz die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und Gesundheitsminister Jens Spahn. Merkel hatte nach den hohen Verlusten der Union bei den Wahlen in Bayern und Hessen ihren Rückzug als Parteichefin angekündigt, will aber bis 2021 Kanzlerin bleiben.

Merz bekannte sich klar zum Fortbestand der Fraktionsgemeinschaft von CDU und CSU. Dazu gehöre aber auch, «dass wir uns anständig untereinander benehmen». Die Union müsse den Anspruch haben, «Volkspartei der Mitte» zu sein und zugleich versuchen, den in die AfD abgewanderten Menschen wieder eine Heimat zu bieten.

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