Kriminalität
Europäische Zusammenarbeit: Drogenring gesprengt

Gronau (dpa/lnw) - Im Grenzgebiet zu den Niederlanden haben europäische Ermittler am Freitag einen 13-köpfigen Drogenring ausgehoben. Nach Angaben des deutschen Zolls und der Staatsanwaltschaft Münster sollen die Tatverdächtigen im sogenannten Darknet, einem verborgenen Teil des Internets, Drogen bestellt und mit der Post weltweit an Kunden weitergeschickt haben. Dazu hatten sie im Kreis Borken und rund um Twente in den Niederlanden Wohnungen angemietet, um die Ware zu verpacken. Kuriere brachten die mit deutschem Porto frankierten Päckchen und Versandtaschen nach Deutschland.

Freitag, 01.02.2019, 17:13 Uhr aktualisiert: 01.02.2019, 17:22 Uhr
Heroin und eine Signalkelle mit der Aufschrift «Halt Zoll» liegen auf einem Tisch des Zollfahndungsamts Hamburg.
Heroin und eine Signalkelle mit der Aufschrift «Halt Zoll» liegen auf einem Tisch des Zollfahndungsamts Hamburg. Foto: Markus Scholz

Bei der Gruppe stellten die Ermittler Bargeld und verschiedene Drogen, darunter Heroin und Amphetamin, sicher. Allein aus der ersten Ermittlungsphase vor dem Zugriff am Freitag fanden die Ermittler Drogen im Wert von 400 000 Euro. Die Auswertung aller Funde ist nicht abgeschlossen. Drahtzieher soll ein 31-jähriger in Enschede wohnender Afghane sein sowie sein in Gronau lebender Bruder (27) und ein 33-jähriger Holländer, ebenfalls aus Enschede. Das Trio soll die Bestellung der Waren und den Versand organisiert haben.

An dem Schlag, bei dem es auch um den Verdacht der Geldwäsche ging, waren mehrere europäische Ermittlungsbehörden beteiligt. Fünf der Beschuldigten wurden laut Mitteilung in Deutschland dem Haftrichter vorgeführt, vier der Beschuldigten aus Holland will die Staatsanwaltschaft Münster nach Deutschland ausliefern lassen.

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