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IG Metall droht mit Warnstreiks in der Stahlindustrie

Düsseldorf (dpa/lnw) - In der nordwestdeutschen Stahlindustrie könnte es von der kommenden Woche an Warnstreiks geben. Die IG Metall verließ am Freitag die dritte Verhandlungsrunde in Düsseldorf schon nach 15 Minuten, weil die Arbeitgeber erneut kein Angebot vorgelegt hätten. «Ohne Angebot ergeben Verhandlungen derzeit keinen Sinn», begründete der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Knut Giesler, den Schritt. Er werde der Tarifkommission der Gewerkschaft deshalb empfehlen, zu Warnstreiks ab der kommenden Woche aufzurufen.

Freitag, 01.02.2019, 19:58 Uhr aktualisiert: 01.02.2019, 20:12 Uhr
Ein Schild mit der Aufschrift «Warnstreik!» steht auf der Straße.
Ein Schild mit der Aufschrift «Warnstreik!» steht auf der Straße. Foto: Arne Immanuel Bänsch

Andreas Goss, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Stahl, zeigte sich enttäuscht und warf der IG Metall unkonstruktives Verhalten vor. Die Gewerkschaft habe sich geweigert, die von ihr angestrebte Umwandlung von Geld in Freizeit zu konkretisieren. Bevor das nicht passiere, werde es kein Angebot geben. Für die Ankündigung von Warnstreiks habe er kein Verständnis, sagte Goss.

Die Tarifverhandlungen betreffen rund 72 000 Beschäftigte der Branche in NRW, Niedersachsen und Bremen. Die IG Metall ist unter anderem mit der Forderung nach sechs Prozent mehr Geld sowie der Einführung eines Urlaubsgelds von 1800 Euro in die Verhandlung gegangen. Die Gewerkschaft fordert zudem, dass die Urlaubsvergütung auf Wunsch der Beschäftigten auch in freie Tage umgewandelt werden kann. Ein Sprecher der Arbeitgeber sagte, man sei grundsätzlich bereit, darüber zu reden. Es müssten aber noch viele Details geklärt werde, bevor Zahlen genannt werden könnten.

Die nächste Verhandlungsrunde ist am 18. Februar.

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