Prozesse
Abu-Walaa-Fall: Ex-Rockerchef sagt gegen Mitangeklagten aus

Celle (dpa/lni) - Erst nach der Anordnung von Beugehaft hat sich ein Ex-Rocker im Prozess gegen den mutmaßlichen Deutschlandchef der Terrormiliz Islamischer Staat, Abu Walaa, zu einer Zeugenaussage entschieden. Der Ex-Chef der inzwischen verbotenen Rockergruppe Satudarah beschrieb den mitangeklagten türkischen Reisebüroinhaber am Dienstag am Oberlandesgericht Celle als einen Sympathisanten des islamistischen Terrors. So habe er einen Anschlag in Istanbul gerechtfertigt. In seinem Reisebüro in Duisburg habe er junge Leute indoktriniert und an Abu Walaa weitergereicht. Der Rocker und der Mitangeklagte saßen zeitweise gemeinsam in Düsseldorf in Haft.

Dienstag, 12.02.2019, 16:07 Uhr aktualisiert: 12.02.2019, 16:22 Uhr
Das Oberlandesgericht in Celle.
Das Oberlandesgericht in Celle. Foto: Silas Stein

Der Ex-Rockerchef leitete Schreiben, in denen der Reisebüroinhaber zum Einschüchtern von Zeugen aufruft, aus dem Gefängnis heraus und gab sie statt an Mittelsmänner an das Landeskriminalamt weiter. Er habe keine Mitverantwortung für das Tun der Islamisten tragen wollen, begründete er vor Gericht diesen Schritt. Seine Auffassung vom Islam sei eine völlig andere gewesen als die der Terrorverdächtigen, sagte der Zeuge, der zunächst keine Angaben gemacht hatte. Daraufhin hatte das Oberlandesgericht eine Beugehaft von bis zu sechs Monaten verhängt, um eine Aussage zu erzwingen.

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