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Landtag: Maßnahmen gegen Kindesmissbrauch auf dem Prüfstand

Düsseldorf (dpa/lnw) - Der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen ist heute Thema im nordrhein-westfälischen Landtag. Schwere Fälle wie der massenhafte sexuelle Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz in Lügde zeigten die Notwendigkeit, bessere Schutzmaßnahmen zu entwickeln, heißt es in einem Antrag der Regierungsfraktionen.

Freitag, 22.02.2019, 02:23 Uhr aktualisiert: 22.02.2019, 02:32 Uhr
Die Abgeordneten des Landtages stehen während der Sitzung des Landtages an ihren Plätzen.
Die Abgeordneten des Landtages stehen während der Sitzung des Landtages an ihren Plätzen. Foto: Federico Gambarini

Für das vergangenen Jahr sind in der polizeilichen Kriminalstatistik 2422 versuchte oder vollzogene Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern registriert - ein Anstieg um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Demnach waren 77 Prozent der 2862 Opfer Mädchen. Die allermeisten Opfer waren zwischen 6 und 14 Jahre alt. 340 Jungen und Mädchen waren noch jünger.

Oft leben Opfer mit dem Tatverdächtigen - weit überwiegend Männer - in einem Haushalt. Selbst Kinder und Jugendliche unter Aufsicht staatlicher Schutzbehörden seien vor Übergriffen nicht sicher, stellen CDU und FDP fest. «Die unselige Kultur des Schweigens und Wegduckens muss durchbrochen werden.»

Die Koalitionsfraktionen fordern unter anderem, Konsumenten und Anbieter von Kinderpornografie schonungslos zur Rechenschaft zu ziehen. «Die Schwere dieser Taten muss sich auch im Strafmaß widerspiegeln.» Im Umgang mit den Opfern sei bei den zuständigen Stellen ein hohes Fachwissen sicherzustellen. «Denn viele betroffene Kinder zeigen einen körperlichen Normalbefund, und die Gewalteinwirkung ist oft nur durch spezielle Untersuchungstechniken festzustellen.»

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