Fußball
Neururer: «Schalke die größte Enttäuschung seit 20 Jahren»

Gelsenkirchen (dpa) - Ex-Trainer Peter Neururer hält den abgestürzten Vizemeister Schalke 04 für die «größte Enttäuschung in der Bundesliga seit 20 Jahren». Das sagte der 63-Jährige im Gespräch der Deutschen Presse-Agentur. Die Arbeit von Fußball-Trainer Domenico Tedesco bewertete das Schalke-Mitglied Neururer kritisch. «Ich fordere keine Trainerentlassung, weil ich seine Arbeit nur von außen beurteilen kann», sagte er: «Aber die Mannschaft ist total overcoacht. Sie ist nicht im Stande, Dinge zu klären, weil alles nach Vorgabe gelöst werden muss.»

Montag, 04.03.2019, 12:02 Uhr aktualisiert: 04.03.2019, 12:12 Uhr
Peter Neururer hält den abgestürzten Vizemeister Schalke 04 für die bislang größte Enttäuschung in der Liga.
Peter Neururer hält den abgestürzten Vizemeister Schalke 04 für die bislang größte Enttäuschung in der Liga. Foto: Andreas Gebert

Er sehe bei der aktuellen Mannschaft «keine Strukturen und keine zweite Lösung», sagte Neururer: «Quasi alle Spieler sind in dieser Saison schlechter geworden.» Bedenklich seien auch Tedescos Aussagen vor und nach dem 0:4 am Samstag gegen Düsseldorf: «Das klang wie: Ich gebe auf. Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll.»

Respekt zollte Neururer, der Schalke 1989 bis 1990 bei seiner dritten von bis heute 14 Profistationen trainierte, Tedesco für dessen Gang in die Fankurve nach dem Spiel. «Davor ziehe ich den Hut», sagte er: «Sich in so einer Situation den Fans in der Kurve zu stellen, dazu gehört Mut.» Zudem sei der 33-Jährige keineswegs der Alleinschuldige an der Misere: «Der Trainer kann keine Erfahrung haben. Und er muss dann auch Hilfe bekommen. Von der Vereinsführung oder vom Management. Stattdessen wurden so viele weitere Baustellen aufgemacht und Eigentore geschossen, das ist unglaublich.»

So sieht Neururer die Schalker definitiv im Abstiegskampf. «Sie haben in dieser Saison das große Glück, dass zwei Mannschaft so desolat sind», sagte er mit Blick auf Hannover und Nürnberg: «Aber man muss schon die Befürchtung haben, dass sie 16. werden.»

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