Prozesse
Kind von Marmorstele erschlagen: Anklage gegen Künstlerin

Bonn (dpa/lnw) - Ein Jahr nach dem Tod eines zehnjährigen Jungen, der von der Marmorstele einer Künstlerin erschlagen wurde, hat die Staatsanwaltschaft Bonn Anklage gegen die 65-Jährige erhoben. Nach Angaben des Landgerichts von Mittwoch wird der Frau fahrlässige Tötung durch Unterlassen vorgeworfen. Die Steinmetzin habe ihre mannshohen Skulpturen, Granit- und Marmorplatten ungesichert vor ihrem Künstler-Atelier abgestellt und nicht auf ihre Standfestigkeit überprüft.

Mittwoch, 06.03.2019, 16:54 Uhr aktualisiert: 06.03.2019, 17:00 Uhr

Der Zehnjährige hatte im März 2018 auf dem Weg zu einem privaten Kinderspiel-Verein versucht, auf eine der ausgestellten Marmorstelen zu klettern. Der 1,83 Meter hohe und 500 Kilo schwere Stein fiel um und begrub das Kind. Es starb auf dem Weg ins Krankenhaus an einem Schädel-Hirn-Trauma.

Die Künstlerin soll laut Anklage gewusst haben, dass Kinder auf dem Weg zu ihrem Spielgelände regelmäßig an ihrem Atelier vorbei kamen und dort auch kletterten. Es wäre ihre Pflicht gewesen, ihre schweren Kunstwerke zu sichern, so die Ankläger.

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