Prozesse
Rekordverdächtiger Arag-Erbstreit nach 35 Jahren beendet

Bei den Erben des Arag-Versicherungskonzerns handelt es sich scheinbar um eine streitbare Familie. Ein Rechtsstreit zweier Geschwister konnte erst nach 35 Jahren beendet werden. Und es gibt weitere Verfahren.

Donnerstag, 07.03.2019, 13:52 Uhr aktualisiert: 07.03.2019, 14:02 Uhr
Prozesse: Rekordverdächtiger Arag-Erbstreit nach 35 Jahren beendet
Foto: Rolf Vennenbernd

Düsseldorf (dpa/lnw) - Der rekordverdächtig lange Rechtsstreit von Erben des Arag-Konzerns ist nach 35 Jahren beendet. Das hat das Oberlandesgericht Düsseldorf auf Anfrage mitgeteilt. Bereits vor einigen Monaten hatte das Oberlandesgericht - von der Öffentlichkeit bislang unbemerkt - das erstinstanzliche Urteil des Landgerichts Düsseldorf von 2017 in der Berufung weitgehend und rechtskräftig bestätigt (Az.: I-7 U 67/17). Am Donnerstag wird bekannt: Es gibt noch mehr Verfahren, in denen sich Arag-Erben streiten.

In dem Verfahren mit Rekordlänge wurde der heutige Arag-Chef Paul Otto Faßbender (72) dazu verurteilt, seiner jüngeren Schwester Petra als Ausgleich für die Firmenanteile des Familienzweigs rund 3,5 Millionen Euro plus Zinsen zu zahlen.

Ende 1983 war Faßbender von seiner Schwester verklagt worden. Streitpunkt war das Testament des Vaters von 1965. Der hatte verfügt, dass nach seinem Tod die Anteile seines Familienzweigs an dem Versicherungskonzern in einer Hand bleiben. Sie sollten seinem Sohn vermacht werden.

Die jüngere Schwester sollte dafür finanziell entschädigt werden. Über die Höhe dieses Ausgleichs entbrannte der Streit. Es war der längste jemals in erster Instanz geführte Prozess am Düsseldorfer Landgericht. Schwester Petra muss nun 70 Prozent der Prozesskosten tragen.

Am Donnerstag trafen sich die Anwälte weiterer Arag-Erben vor dem Landgericht in Düsseldorf. Ein Vetter des heutigen Arag-Chefs fordert von seiner Schwester 200 000 Schweizer Franken. Wie dabei bekannt wurde, streiten sich die Geschwister parallel dazu in zwei weiteren Verfahren des Landgerichts um mehrere Millionen Euro. Beide einigten sich nach Anraten des Gerichts darauf, in einem Mediationsverfahren eine einvernehmliche Gesamtlösung zu suchen.

Nachrichten-Ticker