Prozesse
Prozessauftakt um Abschiebe-Drama: Mit Todessturz gedroht

Krefeld (dpa/lnw) - Um die Abschiebung von sich und seiner Familie zu verhindern, soll ein Albaner in Krefeld damit gedroht haben, seine kleine Tochter in die Tiefe zu stürzen. Beim Prozessauftakt am Freitag schwieg der Angeklagte zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft. Der 30-Jährige ist am Landgericht wegen Geiselnahme angeklagt.

Freitag, 08.03.2019, 11:20 Uhr aktualisiert: 08.03.2019, 11:32 Uhr
«Landgericht» steht an der Fassade des Krefelder Justizgebäudes.
«Landgericht» steht an der Fassade des Krefelder Justizgebäudes. Foto: Ina Fassbender

In den Morgenstunden des 19. September waren Polizisten und Mitarbeiter der Ausländerbehörde an der Wohnung der Familie erschienen, um sie abzuschieben.

Um die Rückführung zu verhindern, soll der Albaner zunächst einen Polizisten mit einem Messer mit 25 Zentimeter langer Klinge bedroht haben. Laut Anklage zückte der Beamte seine Dienstwaffe, als die Ehefrau des Albaners dazwischen ging.

Um die Situation zu beruhigen, hätten sich die Beamten zurückgezogen. Dennoch soll der 30-Jährige seine eineinhalb Jahre alte Tochter über ein Balkongeländer im dritten Stock gehalten haben, um die Polizei zum vollständigen Rückzug zu bewegen. Das Kind blieb unversehrt.

Der Mann wurde festgenommen. Sein Verteidiger kündigte am Freitag eine Aussage zu einem späteren Zeitpunkt im Prozess an. Das Gericht hat für das Verfahren insgesamt drei Verhandlungstage vorgesehen.

Nachrichten-Ticker