Demonstrationen
Schrumpf-Kurs der Friedensbewegung: kein «Klima-Ostermarsch»

Düsseldorf (dpa/lnw) - Trotz stark geschrumpfter Teilnehmerzahlen wollen die Friedensaktivisten ihre Ostermärsche fortführen und nicht in der florierenden Klimaschutz-Bewegung aufgehen. Allerdings gebe es erste Kontakte mit der Bewegung «Fridays for future», sagte der Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft NRW, Joachim Schramm, am Dienstag in Düsseldorf. Mit dem ersten Ostermarsch an der Urananreicherungsanlage in Gronau werde aber auch das Umweltthema besetzt. Hier wollen die Demonstranten vor den Gefahren durch Atomwaffen warnen.

Dienstag, 16.04.2019, 13:38 Uhr aktualisiert: 16.04.2019, 13:52 Uhr

In NRW rechnet die Friedensgesellschaft in diesem Jahr mit etwa 3000 Ostermarschierern. Das seien 500 mehr als 2018. Bundesweit seien mit 95 Märschen 13 mehr als im vergangenen Jahr angemeldet worden. Bis in die 80er Jahre hinein hatten bundesweit allerdings Hunderttausende jährlich an den Ostermärschen teilgenommen.

Eine Besonderheit soll am Ostermontag ein Marsch «gegen Rechts» im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld werden, wo eine aktive Neonazi-Szene verkehrt. Die Hauptdemonstration ist für Samstag in Düsseldorf geplant unter dem Motto «Abrüsten statt Aufrüsten - Verbot der Atomwaffen! Für ein Europa des Friedens!».

Am Sonntag radeln die Aktivisten durch das Ruhrgebiet von Essen nach Bochum über Gelsenkirchen und Wattenscheid. Auch in Köln, Duisburg und Wuppertal sind Ostermärsche geplant. Im Fokus des Protests steht unter anderem die Aufkündigung des Vertrages über den Verzicht auf landgestützte nukleare Mittelstreckensysteme (INF-Vertrag) zwischen den USA und Russland.

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