Trotz erhöhter Waldbrandgefahr
Bezirksregierung: Osterfeuer im Münsterland sollen brennen

Düsseldorf - Wegen der traditionellen Osterfeuer haben die Behörden in Nordrhein-Westfalen am Wochenende die Waldbrandgefahr besonders im Blick. Im Regierungsbezirk Münster sollten die Osterfeuer trotz der Trockenheit wie geplant stattfinden, hieß es von der Bezirksregierung am Donnerstag. Im Moment müsse noch nicht eingegriffen werden. 

Donnerstag, 18.04.2019, 12:56 Uhr aktualisiert: 18.04.2019, 15:22 Uhr
Menschen stehen um ein traditionelles Osterfeuer.
Menschen stehen um ein traditionelles Osterfeuer. Foto: Maurizio Gambarini

Die Waldbrandgefahr in NRW lag am Donnerstag bei Stufe drei von fünf, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Man beobachte derzeit, ob die Gefahr zunehme, teilte die Münsteraner Bezirksregierung mit. Erst wenn die Waldbrandgefahr auf Stufe vier steige, würden Warnungen veröffentlicht.

Auch in anderen Regionen des Landes, wo geplante Osterfeuer von den Behörden allerdings nicht zentral registriert werden, wurde zunächst nichts über Absagen bekannt. Einige Kommunen in Brandenburg hatten aufgrund der Waldbrandgefahr ihre Osterfeuer abgesagt. In Nord- und Süd-Brandenburgs galt am Donnerstag laut DWD die höchste Gefahrenstufe fünf für die Wälder.

Mit frischem Gras sinkt die Brandgefahr 

In NRW riet die Feuerwehr dazu, ausreichend Abstand zwischen dem Osterfeuer und Wäldern, Hecken und Gebäuden zu lassen. Ein DWD-Meteorologe erklärte, im Moment stehe auf Grasflächen noch das alte Gras aus dem vergangenen Jahr.

Im Mai, wenn das frische Gras darüber wächst, sinkt die Brandgefahr. Am Wochenende sollen die Temperaturen in NRW auf sommerliche 25 Grad steigen. Mit Regen ist nicht zu rechnen.

Tipps rund um das Osterfeuer

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  • Vergessen Sie nicht, das Osterfeuer bei der dafür örtlich zuständigen Behörde (häufig das Ordnungsamt) anzumelden! Die Veranstalter vermeiden so einen ärgerlichen Fehleinsatz der Feuerwehr, der unter Umständen gebührenpflichtig ist.

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  • Verwenden Sie nur trockene Pflanzenreste und unbehandeltes Holz! Denken Sie daran, das Brennmaterial kurz vor dem Anzünden noch einmal umzuschichten, damit das Osterfeuer nicht zur Flammenfalle für Tiere wird!

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  • Halten Sie eine Zufahrt für die Feuerwehr und den Rettungsdienst frei! Der Sicherheitsabstand wegen Rauch und Hitze sollte mindestens 50 Meter zu Gebäuden und Bäumen und mindestens 100 Meter zu Straßen betragen. Auch wichtig: Windrichtung beachten!

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  • Seien Sie vorsichtig beim Anzünden! Brennbare Flüssigkeiten als Brandbeschleuniger bergen ein hohes Risiko.

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  • Kleinere Verbrennungen kühlen Sie sofort mit Wasser: maximal zehn Minuten lang (Leitungswassertemperatur 10 bis 20 Grad Celsius). Bei großflächigen Verbrennungen und auf der Haut haftenden Substanzen sollte nur primär abgelöscht werden. Alarmieren Sie sofort den Notarzt über die Notrufnummer 112!

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  • Strohballen können sich allein durch die Hitzestrahlung entzünden und sind deshalb eine gefährliche Sitzgelegenheit.

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  • Offenes Feuer muss grundsätzlich beaufsichtigt werden. Sorgen Sie dafür, dass das Feuer sich nicht unkontrolliert ausbreiten kann! Passen Sie auf kleine Kinder auf! Sie unterliegen schnell der Faszination des Feuers und unterschätzen die ihnen unbekannte Gefahr.

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  • Verlassen Sie als Veranstalter bzw. Zuständiger die Feuerstelle nur, wenn sie komplett erkaltet ist!

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  • Sollte Ihnen Ihr Feuer außer Kontrolle geraten, so zögern Sie nicht, sofort die Feuerwehr über Notruf 112 zu alarmieren! Die mehr als eine Million Männer und Frauen in den deutschen Feuerwehren sind auch über Ostern rund um die Uhr einsatzbereit.

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Am Mittwoch musste die Feuerwehr in Augustusdorf im Kreis Lippe bereits zu einem Waldbrand ausrücken. Ein Jugendlicher hatte laut Polizei eine Zigarettenkippe in den Wald geworfen. Kurze Zeit später standen 1000 Quadratmeter Wald in Flammen.

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