Energie
«Fridays for Future»: Demo bei RWE-Hauptversammlung

Wenn sich die Aktionäre des Stromkonzerns RWE zur Hauptversammlung treffen, stehen immer auch Demonstranten vor der Essener Grugahalle. Diesmal dürften besonders viele junge Umweltaktivisten dabei sein.

Freitag, 03.05.2019, 05:41 Uhr aktualisiert: 03.05.2019, 05:53 Uhr
«Fridays for Future»-Demonstration bei RWE-Hauptversammlung.
«Fridays for Future»-Demonstration bei RWE-Hauptversammlung. Foto: Federico Gambarini

Essen (dpa) - Der Streit um den Klimaschutz wird heute auch bei der Hauptversammlung des Energiekonzerns RWE ausgetragen. Die Protestbewegung «Fridays for Future» und andere Gruppen wollen vor der Essener Grugahalle für ein schnelles Ende der Kohleverstromung demonstrieren. Eine Vertreterin der jugendlichen Klimaaktivisten soll auch bei dem Aktionärstreffen reden. Die bei RWE vertretenen kritischen Aktionäre wollen ihr das ermöglichen.

RWE ist der größte Stromerzeuger in Deutschland. Der Konzern steht vor allem wegen seiner Braunkohlekraftwerke und dem Ausbaggern der Tagebaue im Rheinischen Revier in der Kritik von Umweltschützern. Heftige Auseinandersetzungen hat es immer wieder um den Hambacher Forst gegeben. RWE musste die Rodung des Waldes nach einem Gerichtsurteil aussetzen. Die Kohlekommission der Bundesregierung hat den Wunsch geäußert, dass der Wald erhalten bleibt. RWE prüft dies jetzt.

Nach dem Willen der Kohlekommission sollen in Deutschland bis 2038 alle Kohlekraftwerke abgeschaltet werden. In einem ersten Schritt sollen bis 2022 rund 3 Gigawatt Braunkohlekapazität zusätzlich vom Netz genommen werden. Das würde vor allem RWE treffen. Konzernchef Rolf Martin Schmitz hat dafür bereits Entschädigungen in Milliardenhöhe gefordert.

Der «Fridays for Future»-Bewegung geht der Ausstieg aus der Kohle nicht schnell genug. Sie fordert, ein Viertel der Kohlekraftwerke bereits bis zum Ende dieses Jahres abzuschalten und bis 2030 ganz aus der Kohleverstromung auszusteigen.

RWE produziert seinen Strom derzeit mit Kohle, Gas und Kernkraft. Das soll sich mit dem großangelegten Tauschgeschäft mit dem alten Rivalen Eon ändern. Die beiden Energieriesen wollen die RWE-Tochter Innogy unter sich aufteilen. Eon soll die Strom- und Gasnetze sowie das Endkundengeschäft von Innogy übernehmen, RWE die Ökostromproduktion der eigenen Tochter und den Grünstrom von Eon.

Der Braunkohleverstromer würde dadurch nach eigenen Angaben schlagartig zur Nummer drei bei den erneuerbaren Energien in Europa und weltweit die Nummer zwei bei der Windkraft auf See. Pro Jahr will RWE künftig rund 1,5 Milliarden Euro in den Ausbau des Ökostroms investieren.

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