Energie
Milder Winter verdirbt Uniper das Gasgeschäft

Düsseldorf (dpa) - Der milde Winter hat dem Energiekonzern Uniper die Geschäfte zu Jahresbeginn verdorben. Die Gasspeicher von Uniper seien am Ende des Winters noch zu mehr als der Hälfte gefüllt gewesen, sagte Finanzvorstand Christopher Delbrück am Dienstag bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für das erste Quartal 2019. Damit sei deutlich weniger Gas verbraucht worden als im Winter zuvor. Uniper ist einer der großen Gashändler in Europa und beteiligt sich an der Finanzierung der umstrittenen Pipeline Nord Stream 2 durch die Ostsee.

Dienstag, 07.05.2019, 12:14 Uhr aktualisiert: 07.05.2019, 12:22 Uhr
Das Logo des Kraftwerkbetreibers Uniper im Foyer des Unternehmensstandorts.
Das Logo des Kraftwerkbetreibers Uniper im Foyer des Unternehmensstandorts. Foto: Marius Becker

«Dass es im Gasgeschäft hätte besser laufen können, spiegelt sich auch in Unipers Zahlen des ersten Quartals wider», sagte Delbrück. Auch in Asien sei der Winter ausgesprochen mild gewesen, so dass Lieferungen von Flüssiggas nach Europa umgeleitet worden seien und das Angebot an Gas zusätzlich erhöht hätten. Die Folge für Uniper: Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank daher von 350 Millionen auf 185 Millionen Euro.

Ungeachtet der Empfehlung der Kohlekommission, das in Bau befindliche Steinkohlekraftwerk Datteln 4 nicht anzuschalten, treibt Uniper die Fertigstellung der Anlage voran. Im Durchschnitt arbeiten etwa 450 bis 500 Menschen auf der Baustelle, sagte Delbrück. Uniper hat inzwischen mehr als 1,5 Milliarden Euro in das Kraftwerk investiert, dessen Fertigstellung sich immer wieder verzögert hat. Jetzt rechnet Uniper mit dem Ende der Arbeiten für den Sommer 2020. Mit der Bundesregierung habe es ein erstes Gespräch über die Zukunft von Datteln 4 gegeben, sagte Delbrück. Uniper fordert eine Entschädigung, falls das Kraftwerk nicht an Netz geht.

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