Tierquälerei
Igel mit Brandverletzungen in Papierkorb gefunden

Willich (dpa/lnw) - In Willich hat eine Spaziergängerin einen Igel mit Brandverletzungen in einem Papierkorb gefunden. Es ist nicht das erste Mal, dass die Insektenfresser in dem Ort gequält wird. Seit fünf Jahren werden dort regelmäßig angezündete Igel gefunden. 

Donnerstag, 09.05.2019, 08:30 Uhr aktualisiert: 09.05.2019, 21:27 Uhr
Ein Polizeifahrzeug mit Blaulicht auf dem Dach.
Symbolbild Foto: dpa

Einen Igel mit Brandverletzungen hat eine Spaziergängerin auf einem Spielplatz in Willich im Kreis Viersen gefunden. Ein dazu gerufener Mann habe das verletzte Tier am Mittwochmorgen geborgen und zum Tierarzt gebracht, teilte die Polizei mit.

In Willich hat es nach Angaben der Polizei schon mehrfach Fälle angezündeter Igel gegeben. Auch das Muster ähnelt sich: Oft wurden die Tiere in Mülleimern oder Papierkörben an Spielplätzen gefunden. Einige Igel starben an den schweren Brandverletzungen.

 

Igel-Liebe: Fakten über das possierliche Stacheltier

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  • Im Herbst sind sie häufiger zu sehen als in anderen Jahreszeiten – Igel. Nur kranke und apathische Igel sind auf menschliche Hilfe angewiesen. Aber auch die gesunden kann beim Überwintern unterstützen.

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  • Bevor die Temperaturen dauerhaft unter fünf Grad fallen, sind die eigentlich nachtaktiven Tiere auch tagsüber in Parks und Gärten unterwegs. Sie müssen sich die nötigen Fettreserven als Kälteschutz und Nahrungsvorrat für den Winterschlaf anfressen.

    Foto: Z1022 Patrick Pleul
  • Neben Insekten, Asseln, Würmern und Schnecken suchen sie auch nach einem trockenen und frostsicheren Quartier. Häufig schlafen sie in Laubhaufen. Diese sollte man deswegen im Winter nicht wegräumen.

    Foto: Patrick Pleul
  • Dichtes Gebüsch, Reisig- und Komposthaufen oder trockene Hohlräume unter Holzstapeln in Gartenhäuschen oder unter Treppen eignen sich ebenso als Schlafplatz. Auch Blätter, Gestrüpp, Reisig und Zweige dürfen in einer Gartenecke liegen bleiben. Diese Materialien nutzen Igel, um ihre Nester zu isolieren und sich während des Winterschlafs darin einzuwickeln. Je größer der Haufen, desto besser die Wärmedämmung.

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  • Wenn im Herbst das Nahrungsangebot für Igel knapper wird, kann auch eine Futterstelle helfen. Dafür eignet sich Katzen- oder Hundedosenfutter, ungewürztes Rührei, gekochtes Geflügelfleisch oder durchgegartes Hackfleisch.

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  • Auf den Speiseplan der Stacheltiere gehören auf keinen Fall Essensreste, Süßes oder Gewürztes. Igeltrockenfutter darf nur in geringen Mengen unter das weitere Futter gemischt werden.

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  • Zu Trinken bekommen Igel frisches Wasser, aber keine Milch. Der darin enthaltene Milchzucker ist für sie unverdaulich und sie bekommen Durchfall. Schlimmstenfalls verlieren sie dadurch so viel Flüssigkeit, dass sie austrocknen und sterben.

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  • Sobald es friert und schneit, darf nicht mehr zugefüttert werden. Nahrungsmangel ist ein wichtiger Auslöser für den Winterschlaf. Füttert man die Igel weiter, hält man sie künstlich wach.

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  • Bei Temperaturen ab ungefähr sechs Grad Celsius beginnen Igel ihren Winterschlaf. Sie drosseln dabei ihre Körperfunktionen auf ein Minimum und zehren von den in den Sommermonaten angesammelten Fettpolstern. Während des Winterschlafes sinkt die Körpertemeratur des Igels von cirka 35 Grad auf Tieftswerte von cirka 5 Grad. Die Herzfrequenz sinkt von cirka 160-200 Schlägen pro Minute auf cirka neun Schläge pro Minute.

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  • Nur in Ausnahmefällen sollten Igel im Haus überwintern. Tiere, die bei anhaltendem Bodenfrost oder Schnee tagsüber unterwegs sind und Anzeichen von Unterernährung aufweisen, krank oder verletzt sind, bedürfen Hilfe.

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  • Untergewichtige Tiere erkennt man an einer Einbuchtung hinter dem Kopf, der sogenannten Hungerlinie. Kranke Igel sind apathisch und rollen sich bei Berührung nicht zusammen, ihre Augen sind eingefallen und schlitzförmig.

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  • Wer einen hilfsbedürftigen Igel findet, sollte unbedingt Expertenrat einholen, denn falsche Hilfe kann mehr schaden als nutzen. Fachkundige Tipps und die Nummer einer Beratungs-Hotline gibt es auf der Webseite des Vereins „Pro Igel“.

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  • Oft kennen auch Tierärzte, der örtliche Tierschutzverein oder das Veterinäramt Igelstationen im näheren Umkreis. Während untergewichtigen Igeln mit Unterkunft und Nahrung geholfen werden kann, benötigen kranke und verletzte Tiere dringend fachmännische Hilfe.

    Foto: Z1022 Patrick Pleul
  • Kommen die erwachsenen Tiere gut durch den Winter, gibt es im Sommer süßen kleinen Igelnachwuchs.

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