Auszeichnungen
Kritik an Friedenspreisträger mit antisemitischen Äußerungen

Aachen (dpa/lnw) - Der designierte Aachener Friedenspreisträger Ruslan Kotsaba ist wegen antisemitischer Äußerungen in die Kritik geraten. Lea Heuser vom Verein Aachener Friedenspreis sagte am Freitag, der Vorstand berate zur Stunde, was weiter geschehen solle. Am Mittwoch hatte der Verein angekündigt, dass Kotsaba in diesem Jahr den internationalen Preis - es gibt auch noch einen nationalen - erhalten solle. Der Journalist engagiere sich für eine friedliche Lösung des Ukraine-Konflikts.

Freitag, 10.05.2019, 11:04 Uhr aktualisiert: 10.05.2019, 11:12 Uhr

Mittlerweile ist jedoch ein Video aufgetaucht, auf dem Kotsaba den Juden eine Mitschuld am Holocaust geben soll, weil sie Nazismus und Kommunismus in die Welt gebracht hätten. Der Grünen-Politiker Volker Beck fordert deshalb die Aberkennung des Preises. «Kein Preis für #Antisemitismus Keinen Frieden mit Antisemiten», twitterte er.

Andrej Hunko, Bundestagsabgeordneter der Linken, der Kotsaba mit vorgeschlagen hatte, teilte auf seiner Website mit, er habe von den Äußerungen nichts gewusst. Er veröffentlichte auch eine Stellungnahme Kotsabas: «Die Übersetzung des Videos ist korrekt und ich habe diese Aussagen 2011 gemacht», räumt der Journalist demnach dort ein. «Zwar sind die Aussagen dadurch aus dem Kontext gerissen, dass der Rest meines Beitrages entfernt wurde. Das macht sie aber nicht richtig. Ich habe deshalb bereits vor mehreren Jahren die Stelle aus dem Video entfernt. Auch wenn sie eine für die Westukraine typische Sicht darstellt, ist sie falsch.» Er bedaure heute, die Aussage getätigt zu haben, und bitte diejenigen, die sich dadurch verletzt fühlten, um Verzeihung.

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