Stahl
Laschet: Mitbestimmung bei Thyssenkrupp funktioniert

Essen (dpa) - Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat mit der Unternehmensführung und der Arbeitnehmerseite von Thyssenkrupp über den geplanten Umbau des Industriekonzerns und den drohenden Abbau von 6000 Arbeitsplätzen gesprochen. Laschet traf sich am Samstag in der Essener Unternehmenszentrale mit dem Vorstandsvorsitzenden Guido Kerkhoff und dem stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzen Markus Grolms von der IG Metall.

Samstag, 11.05.2019, 17:38 Uhr aktualisiert: 11.05.2019, 17:52 Uhr
Stahl: Laschet: Mitbestimmung bei Thyssenkrupp funktioniert
Foto: Guido Kirchner

«Für mich hat sich hier wieder gezeigt, die Mitbestimmung funktioniert», sagte Laschet nach dem Treffen. Die Arbeitnehmervertreter würden an jedem jetzt anstehenden Schritt beteiligt.

Thyssenkrupp hatte nach Gegenwind aus Brüssel die Stahlfusion mit dem indischen Konkurrenten Tata gestoppt und auch die geplante Aufspaltung des Konzerns in zwei eigenständige, börsennotierte Unternehmen für Werkstoffe und für Industriegüter abgesagt. Laschet äußerte Verständnis, dass der Konzern der EU-Kommission nicht weiter entgegengekommen ist, um deren Zustimmung doch noch zu erhalten. «Es ist richtig, dass man nicht weiter nachgegeben hat, sondern jetzt einen Schnitt gemacht hat», sagte er.

Die IG Metall hatte mit Thyssenkrupp für den Fall der Stahlfusion mit Tata weitreichende Beschäftigungsgarantien vereinbart. Laschet sagte dazu, «ich glaube, dass aus diesem Geist heraus auch das, was jetzt ansteht, gemeinsam gelöst wird». Von den 6000 Stellen, die Thyssenkrupp streichen will, sollen 4000 auf Deutschland entfallen.

Thyssenkrupp plant jetzt unter anderem einen Teilbörsengang der profitablen Aufzugssparte des Konzerns. Vorstandschef Kerkhoff habe bestätigt, dass alle Erlöse aus dem Börsengang in das Unternehmen gesteckt werden sollen, sagte Laschet. Das sei sehr wichtig. Das ist auch eine Forderung der Gewerkschaft an den Börsengang.

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