Kriminalität
Islamistischer Gefährder wegen versuchten Mordes verurteilt

«Wenn ich in zehn Jahren rauskomme, dann werden Sie schon sehen.» Mit dieser Drohung unterbrach ein Islamist am Donnerstag die Urteilsverkündung am Landgericht Köln. Der Richter reagierte gelassen.

Donnerstag, 16.05.2019, 17:45 Uhr aktualisiert: 16.05.2019, 17:52 Uhr

Köln (dpa/lnw) - Ein als islamistischer Gefährder eingestufter Tunesier ist am Donnerstag vom Landgericht Köln wegen versuchten Mordes zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Außerdem behielt sich das Gericht die Anordnung der Sicherungsverwahrung vor. Das heißt, nach zehn Jahren wird geprüft, ob der Angeklagte weiterhin eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellt.

Im Oktober 2018 hatte der Mann einen Bekannten auf offener Straße mit einem Messer attackiert und niedergestochen. Das Oper wurde lebensgefährlich verletzt und konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden.

Der Angeklagte hatte im Prozess zugegeben, dass er sich für eine Denunziation habe rächen wollen, weil er den tunesischen Behörden als Terrorist des Islamischen Staats genannt worden war. Angeklagt war er ursprünglich nur wegen versuchten Totschlags. Angesichts seiner Aussage vor Gericht sahen die Richter aber den Tatbestand des versuchten Mordes erfüllt.

Mitten in der Urteilsbegründung ergriff der Angeklagte am Donnerstag das Wort und bedrohte das Gericht: «Wenn ich in zehn Jahren rauskomme, dann werden Sie schon sehen. Ich werde mich an Ihnen rächen, an Ihnen und allen anderen», sagte er. Der Kommentar des Vorsitzenden Richters Jörg Michael Bern fiel lakonisch aus: «Okay, dann sehen wir uns in zehn Jahren wieder.»

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