Regierung
Böhmermann kannte Strache-Video: Andeutungen vor Wochen

Satiriker Jan Böhmermann spielt bei der Regierungskrise in Österreich eine besondere Rolle. Schon vor Wochen lancierte er Andeutungen auf das Skandal-Video. Sie wurden als platte Schmähkritik gedeutet.

Sonntag, 19.05.2019, 16:42 Uhr aktualisiert: 19.05.2019, 16:52 Uhr
Jan Böhmermann.
Jan Böhmermann. Foto: Sven Hoppe

Köln (dpa/lnw) - Der Satiriker Jan Böhmermann hat das heikle Video mit heimlichen Aufnahmen des FPÖ-Politikers Heinz-Christian Strache bereits vor Wochen gekannt. Das bestätigte sein Manager Peter Burtz am Samstag der Deutschen-Presse-Agentur. Er dementierte aber, dass die Aufnahmen Böhmermann angeboten worden seien. Da sie ihm nicht angeboten worden seien, habe er sie auch nicht abgelehnt. Woher Böhmermann die Aufnahmen kannte, wisse er nicht, sagte Burtz.

Böhmermann hatte bereits im April bei der Verleihung des österreichischen TV-Preises «Romy» in einer Video-Botschaft Andeutungen zu dem Fall gemacht. Den Preis könne er nicht persönlich abholen, weil er «gerade ziemlich zugekokst und Red-Bull-betankt mit ein paar FPÖ-Geschäftsfreunden in einer russischen Oligarchen-Villa auf Ibiza rumhänge», hatte Böhmermann gesagt. Er verhandele gerade, wie er die «Kronen Zeitung» übernehmen könne, dürfe darüber aber nicht reden.

Der Auftritt hatte ihm scharfe Kritik in österreichischen Medien eingebracht. Er würdige die österreichische Regierung herab, hieß es damals. Anscheinend wusste Böhmermann auch vom Zeitpunkt der geplanten Veröffentlichung: Noch am Donnerstag soll er laut «Spiegel online» in einer Video-Botschaft gesagt haben, möglicherweise werde Österreich morgen brennen. Am Freitag war dann das Skandal-Video veröffentlicht worden. Am Samstag trat Strache als Vize-Kanzler und FPÖ-Chef zurück.

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