Kriminalität
Mutter zündete Wohnung bei Videotelefonat an

Holzwickede (dpa/lnw) - Aus Wut über ihren Lebensgefährten soll eine Mutter einen Wäschestapel angezündet und dann ihre kleinen Kinder zurückgelassen haben. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag sagte, werde nach dem lebensgefährlichen Wohnungsbrand in Holzwickede (Kreis Unna) wegen versuchten Mordes und besonders schwerer Brandstiftung gegen die 26-Jährige ermittelt. Am Nachmittag kam die Frau in Untersuchungshaft. Ein Zeuge hatte Fotos der Tat gesichert, da er mit der Frau gerade ein Videotelefonat führte.

Montag, 20.05.2019, 18:36 Uhr aktualisiert: 20.05.2019, 18:42 Uhr
Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand.
Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener

Mit lebensgefährlichen Verletzungen waren die beiden Jungen im Alter von zwei und fünf Jahren am Samstag von der Feuerwehr aus der brennenden Wohnung in dem Mehrfamilienhaus gerettet worden. Ein Nachbar, der die Kinder gehört und vergeblich versucht hatte, sie zu retten, erlitt eine Rauchgasvergiftung.

Die Tat sei bestens dokumentiert, sagte Staatsanwalt Felix Giesenregen. Während des Telefonats am Laptop mit einem Bekannten, habe dieser beobachten können, wie die Deutsche zu einem Streichholz griff und die Wäsche in Brand setzte. Der Bekannte habe geistesgegenwärtig gehandelt und die Tat mit Screenshots festgehalten. Zu sehen sei auch, wie Flammen und Rauch sich ausbreiteten und die Mutter die Wohnung verlasse, ohne ihre Kinder mitzunehmen. Die Frau bestreitet den Ermittlern zufolge, absichtsvoll gehandelt zu haben. Sie habe das Feuer aus Versehen gelegt und niemandem etwas Böses gewollt.

Hintergrund der Tat soll ein Streit mit dem Lebensgefährten und Vater der beiden Söhne gewesen sein. Nach Angaben des Staatsanwalts war die 26-Jährige während des Telefonats außer sich geraten, weil dieser nicht nach Hause gekommen war und sie ihn nicht erreichen konnte.

Nachrichten-Ticker