Polizei
Erholungsstätte für geschädigte Polizisten eröffnet

Polizisten werden im Dienst immer wieder angepöbelt, bedroht und geschlagen. An manchen geht das nicht spurlos vorbei. Um sich von traumatisierenden Erlebnissen zu erholen, gibt es für Beamte und ihre Familien jetzt eine Erholungsstätte.

Montag, 03.06.2019, 22:54 Uhr aktualisiert: 03.06.2019, 23:02 Uhr
Die neue Erholungsstätte für Polizisten, aufgenommen am Tag ihrer Eröffnung.
Die neue Erholungsstätte für Polizisten, aufgenommen am Tag ihrer Eröffnung. Foto: Markus Klümper

Waldbröl (dpa/lnw) - Polizisten aus Nordrhein-Westfalen, die im Dienst schwer verletzt oder traumatisiert wurden, können sich künftig in einer eigenen Erholungsstätte auskurieren. Die Polizeistiftung NRW eröffnete das Haus in Waldbröl (Oberbergischer Kreis) am Montagvormittag gemeinsam mit Landesinnenminister Herbert Reul (CDU). Weil Polizisten im Einsatz immer mehr einstecken müssten, wachse der Bedarf an Betreuungsangeboten, sagte Reul.

«Aus dem Kollegenkreis kam vielfach der Wunsch nach einer solchen Einrichtung», sagte Diethelm Salomon, Vorsitzender der Polizeistiftung, die geschädigte Beamte unterstützt. Es sei das erste Haus dieser Art in Nordrhein-Westfalen.

Viele Betroffene bräuchten nach Auslaufen der regulären psychologischen oder medizinischen Betreuung nach belastenden Erlebnissen noch Zeit zur Erholung, sagte Salomon. «Sie können auf unsere Kosten mit ihren Familien für eine oder zwei Wochen hierher kommen, um den nötigen Abstand zu gewinnen», sagte Salomon. Dabei würden unter anderem professionelle Betreuung und Seelsorge angeboten.

In der Jugendstilvilla waren zuvor die örtliche Polizeiwache und ein Kommissariat der Kreispolizeibehörde untergebracht. Anderthalb Jahre lang wurde sie umgebaut. Nun bietet das Haus Platz für bis zu vier Polizeibeamte und ihre Angehörigen.

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