Natur
Waldarbeit mit Pferden gefragt: Wachstum für Nischengeschäft

Düsseldorf (dpa/lnw) - Waldarbeit mit Kaltblutpferden nach jahrhundertealter Tradition ist in Nordrhein-Westfalen wieder gefragt. Die Zahl der Betriebe habe sich in den vergangenen Jahren um mehrere Unternehmen auf 15 erhöht, sagte der Forstfachmann Georg Stevens, der in Alpen am Niederrhein zusammen mit seiner Frau einen Betrieb führt. Natürlich sei das ein Wachstum in einer kleinen Nische - schon weil «Bäume rücken» mit Pferden deutlich teurer sei als mit schweren Maschinen. Zudem reiche die Kapazität der Pferde-Betriebe für die mehreren Millionen Festmeter Holzeinschlag im Jahr in NRW bei weitem nicht aus.

Montag, 17.06.2019, 09:20 Uhr aktualisiert: 17.06.2019, 09:32 Uhr
Mit seinem Kaltblüter "Sepp" zieht "Pferderücker" Georg Stevens einen Baumstamm durch den Wald.
Mit seinem Kaltblüter "Sepp" zieht "Pferderücker" Georg Stevens einen Baumstamm durch den Wald. Foto: Roland Weihrauch

Dennoch gebe es deutliche Nachfrage etwa in Naturschutz- und Feuchtgebieten, in denen tonnenschwere Holz-Vollerntermaschinen den Boden zu stark verdichten würden. Das Land NRW fördert Forstarbeit mit Pferden mit fünf Euro pro Festmeter Holzernte. Die «Interessengemeinschaft Zugpferde» wirbt für einen gezielten Einsatz der Tiere in Wäldern. Mit Pferden ließen sich die Abstände zwischen den baumfreien Durchfahrtsschneisen für Vollernter - den sogenannten Rückegassen - von 20 auf 40 Meter vergrößern, wirbt die Interessengemeinschaft. Damit würde Platz für viele neue Bäume gewonnen.

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