Unfälle
Rollendes Auto stoppen: Versicherung muss teilweise haften

Köln (dpa/lnw) - Wer als Fußgänger versucht, ein bergab rollendes Auto aufzuhalten, muss dafür weitgehend selber haften. Das hat das Oberlandesgericht Köln laut Mitteilung von Donnerstag nach einem tragischen Unfall entschieden. Ein Mann hatte versucht, mit seiner Körperkraft das Auto seiner Lebensgefährtin aufzuhalten, das rückwärts eine abschüssige Einfahrt hinunter rollte. Er wurde niedergedrückt und rund 20 Meter weit von dem Auto mitgeschleift. Dabei erlitt er schwere Verletzungen und musste wiederbelebt werden.

Donnerstag, 11.07.2019, 15:25 Uhr aktualisiert: 11.07.2019, 15:32 Uhr
Das Fassade des Oberlandesgerichts Köln.
Das Fassade des Oberlandesgerichts Köln. Foto: Oliver Berg

Weil die Frau das Fahrzeug zuvor nicht ausreichend gesichert hatte, wollte der Geschädigte ihre Haftpflichtversicherung zur Rechenschaft ziehen. Als diese ihm weder Schmerzensgeld noch Schadensersatz zahlen wollte, klagte er. Das Gericht entschied: Die Versicherung muss für 30 Prozent der Kosten haften. Es habe sich bei dem Kläger die Erkenntnis aufdrängen müssen, dass er das Auto nicht hätte aufhalten können, hieß es in der Begründung. Da jedoch die Frau ihr Fahrzeug nicht ausreichend vor dem Wegrollen gesichert hatte und der Mann im Reflex handelte, sprach das Gericht ihm zumindest den teilweisen Anspruch auf die Erstattung der Kosten zu. Damit bestätigte das Oberlandesgericht eine Entscheidung des Kölner Landgerichts, das bereits in erster Instanz so geurteilt hatte.

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