Kriminalität
Todesfalle für Gerichtsvollzieher: Mord-Anklage

Münster (dpa/lnw) - Kurz vor dem Besuch des Gerichtsvollziehers soll ein 56-Jähriger in Bocholt eine Explosion in einem Wohnhaus vorbereitet haben - jetzt hat die Staatsanwaltschaft Münster Anklage wegen des Verdachts des versuchten Mordes erhoben. Außerdem wirft sie dem Mann Brandstiftung vor, weil er auch eine Lagerhalle auf dem Grundstück angezündet haben soll, die komplett niederbrannte. Hintergrund sei die geplante Zwangsräumung des gesamten Hofkomplexes gewesen. Der Beschuldigte bestritt nach Angaben der Staatsanwaltschaft von Donnerstag die Vorwürfe.

Donnerstag, 01.08.2019, 17:47 Uhr aktualisiert: 01.08.2019, 17:52 Uhr

In dem Wohnhaus soll er Mitte April dieses Jahres Zuleitungen zu Gasthermen aufgeschraubt, Kraftstoff im Keller verschüttet und Teelichter aufgestellt haben - im Eingangsbereich dann auch noch einen Plastikbehälter mit Benzin getränkten Stoffresten und eine brennende Kerze. Es selbst habe das Haus verlassen. Der Beschuldigte soll eine tödliche Verletzung der Gerichtsvollzieher in Kauf genommen haben. Der Schaden bei dem Brand in der Lagerhalle wird auf eine halbe Million Euro geschätzt.

Die Beamten und zwei Begleiter hatten den Angaben nach beim Betreten des Hauses Brand- und Gasgeruch wahrgenommen und konnten sich unverletzt in Sicherheit bringen. Die Feuerwehr, die an der Lagerhalle im Einsatz war, habe Schlimmeres verhindert.

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