Kriminalität
Missbrauchsfall Lügde: Opfer schildern ihre Angst

Detmold (dpa/lnw) - Im Prozess um den sexuellen Missbrauch auf einem Campingplatz in Lügde haben mehrere Opfer über ihre große Angst vor den Angeklagten berichtet. In mehreren vom Gericht vorgelesenen Erklärungen äußern zwei Kinder die große Sorge, dass die Angeklagten aus dem Gefängnis ausbrechen könnten. In den Erklärungen, darunter Schilderungen von Psychologen und Opferbetreuern, ist von Alpträumen mit Killer-Clowns, schulischen Problemen und völlig verunsicherten Persönlichkeiten die Rede. Die Frage, wer gut und wer schlecht sei für die Kinder, sei nach dem Missbrauch nicht mehr zu beantworten gewesen.

Donnerstag, 15.08.2019, 12:50 Uhr aktualisiert: 15.08.2019, 13:02 Uhr
Aktenordner mit der Aufschrift "Lügde" liegen auf dem Tisch eines Anwaltes.
Aktenordner mit der Aufschrift "Lügde" liegen auf dem Tisch eines Anwaltes. Foto: Bernd Thissen

Ein Beamter der Bielefelder Polizei äußerte sich als Zeuge zu den Anfängen der Ermittlungen im Februar. Damals übernahm das Polizeipräsidium Bielefeld nach Pannen bei der Polizei in Lippe. Die Aktenführung der Kollegen sei unzureichend gewesen. Alles hätte komplett neu aufgebaut werden müssen. «Die Vernehmung einiger Opfer musste wiederholt werden. Die Befragung zuvor entsprach nicht unseren Standards», sagte der 58 Jahre alte Beamte.

Die beiden deutschen Angeklagten sollen über Jahre auf einem Campingplatz in Lügde an der Landesgrenze zu Niedersachsen hundertfach Kinder schwer sexuell missbraucht und dabei gefilmt haben. Verantworten müssen sich ein 56-Jähriger aus Lügde und ein 34 Jahre alter Komplize aus Steinheim wegen des Missbrauchs.

Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. Ein Urteil will das Landgericht frühestens im September verkünden.

Nachrichten-Ticker