Justiz
Dauer von Strafprozessen gesunken: Längere Zivilprozesse

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Dauer von erstinstanzlichen Strafprozessen etwa bei Mord, Brandstiftung oder Kindesmissbrauch ist an den Landgerichten in NRW nach einem Anstieg 2017 wieder gesunken. Im Schnitt dauerten Verfahren im vergangenen Jahr 8,2 Monate, wie aus am Donnerstag vorgelegten Zahlen des nordrhein-westfälischen Justizministeriums hervorgeht. 2017 waren es noch 8,8 Monate, während sie 2016 im Schnitt 7,9 Monate dauerten. Vor zehn Jahren hatte die durchschnittliche Verfahrenslänge noch bei 5,9 Monaten gelegen. Die «Rheinische Post» hatte zuvor berichtet.

Donnerstag, 22.08.2019, 10:16 Uhr aktualisiert: 22.08.2019, 10:22 Uhr

Zivilprozesse an den Landgerichten ziehen sich dagegen inzwischen länger hin. Waren es 2017 noch 9,8 Monate, so stieg die Dauer 2018 schon auf 10,3 Monate. An den Amtsgerichten in NRW änderte sich die Dauer der Strafverfahren in den vergangenen Jahren dagegen kaum. 2018 und 2017 waren es im Schnitt 4,2 Monate - in den beiden Vorjahren 4,1 Monate.

Justizminister Peter Biesenbach (CDU) verwies darauf, dass die Länge von Gerichtsverfahren bundesweit gestiegen sei. Es handele sich dabei nicht um ein NRW-spezifisches Problem. In NRW würden Gerichtsverfahren außerdem überwiegend schneller als im Bundesdurchschnitt erledigt.

Als Gründe für längere Verfahren nannte er die zunehmende Komplexität und immer mehr Prozessbeteiligte. Bei den Zivilsachen schlügen zudem Klagewellen etwa zum VW-Abgasskandal zu Buche. Außerdem nähmen sich die Landgerichte inzwischen verstärkt seit Jahren vorliegende «Altverfahren» vor, die die Statistik kurzfristig verschlechterten.

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