Kriminalität
Organisierte Kriminalität: NRW-Polizei schöpft Millionen ab

Rocker, Mafia, Clans: In NRW tummeln sich verschiedenste Gruppen im Bereich der Organisierten Kriminalität. Die Polizei hat nun erheblich mehr Geld bei ihnen beschlagnahmt - aber der registrierte kriminelle Profit schoss noch stärker in die Höhe.

Freitag, 20.09.2019, 06:46 Uhr aktualisiert: 20.09.2019, 06:52 Uhr
Das Blaulicht eines Streifenwagens der Polizei leuchtet.
Das Blaulicht eines Streifenwagens der Polizei leuchtet. Foto: Stefan Puchner

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Polizei hat in Nordrhein-Westfalen im Bereich der Organisierten Kriminalität 2018 fast fünf Mal mehr Geld beschlagnahmt. Das sichergestellte kriminelle Vermögen stieg von 4,6 auf 21,7 Millionen Euro. Hintergrund waren unter anderem die Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung gegen Spielhallenbetreiber, bei denen alleine 10,2 Millionen Euro abgeschöpft wurden. Diese Zahlen hat das Landeskriminalamt jetzt in seinem neuen Lagebild «Organisierte Kriminalität» veröffentlicht.

Wie aus dem Papier hervor geht, nahmen die Zahlen der «OK»-Verfahren (77) und Tatverdächtigen (1222) im Vergleich zu 2017 ab.

Der registrierte kriminelle Profit nahm allerdings gewaltig zu: Von 26,5 Millionen Euro in 2017 versiebenfachte er sich auf 188,5 Millionen Euro in 2018. Der Sprung wurde vor allem durch ein Verfahren verursacht: Das Auffliegen einer Kokainschmuggelroute der italienischen Mafia. Sie soll für 120 Millionen Euro Kokain über NRW nach Großbritannien gebracht haben.

In fast allen Verfahren setzte die Polizei laut LKA speziell ausgebildete Finanzermittler ein, um «illegal erlangte Vermögenswerte aufzuspüren und Geldwäschehandlungen zu erkennen.» In 1136 Fällen wurden Telefone abgehört. In neun Verfahren kamen verdeckte Ermittler zum Einsatz.

Bei Auseinandersetzungen in der Rocker-Szene seien im vergangenen Jahr eine Reihe von versuchten Tötungsverbrechen begangen worden. Im Visier der «OK»-Ermittler: Clans, Mitglieder der italienischen Mafia, Rocker und albanische Tätergruppen, aber auch lettische und litauische Autoschieberbanden.

Als Organisierte Kriminalität definiert die Polizei die von «Gewinn- oder Machtbestreben bestimmte, planmäßige Begehung von Straftaten», an denen mehrere Menschen «arbeitsteilig» mitwirken und mit «gewerblichen oder geschäftsähnlichen Strukturen» operieren.

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