Bundespräsident
Steinmeier zu NRW-Talentförderzentrum: «Symbol für Wandel»

Fast zwei Stunden informierte sich der Bundespräsident am Freitag über Talentförderung in Nordrhein-Westfalen. Steinmeier hat auch einen persönlichen Bezug zu dem Thema: «Ich habe wahrscheinlich auch Abitur gemacht, weil es Schüler-Bafög gab», sagte er.

Freitag, 22.11.2019, 16:43 Uhr aktualisiert: 22.11.2019, 16:52 Uhr
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht auf dem Gelände des Duisburger Hafens mit Journalisten.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht auf dem Gelände des Duisburger Hafens mit Journalisten. Foto: Marcel Kusch

Duisburg (dpa/lnw) - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei seinem Besuch im Ruhrgebiet die Arbeit des NRW-Zentrums für Talentförderung in Gelsenkirchen gewürdigt. Das in einem ehemaligen Verwaltungsgebäude eines Stahlwerks untergebrachte Zentrum sei ein Symbol für den Wandel, der überall im Ruhrgebiet stattfinde, sagte Steinmeier bei einem Besuch am Freitag.

Er freue sich, dass es Initiativen gebe, die sich darum kümmerten, dass der Wandel vorankomme und auch diejenigen, «die vielleicht mit weniger Chancen geboren werden, diesen Wandel mitmachen und am besten mitgestalten können». Steinmeier wollte sich am Freitag bei einem «Ruhrgebietstag» an verschiedenen Orten über den Strukturwandel in Deutschlands größtem Ballungsraum informieren.

«Es ist ein Zeichen großer Wertschätzung, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sich vor Ort über den Strukturwandel informiert», erklärte Nordrhein-Westfalens Europa-Minister Stephan Holthoff-Pförtner (CDU) laut einer Mitteilung. «Die Schwerpunkte des Besuchs zeigen, das Ruhrgebiet ist Chancenregion.»

Das Zentrum in Gelsenkirchen koordiniert unter anderem die Arbeit von mehr als 70 Talentscouts an 400 Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen. Auch das Stipendienprogramm «RuhrTalente» ist dort angesiedelt, das engagierte Schüler aus weniger privilegierten Familien im Ruhrgebiet fördert.

Das Zentrum suche nach jungen Talenten, «die noch nicht entdeckt worden sind - wo das Potenzial gerade auf ihrem Bildungsweg viel größer ist als ihre Eltern und vielleicht sogar sie selbst glauben», sagte Steinmeier nach einem Gespräch mit jungen Programm-Teilnehmern.

Von seinen Erfahrungen mit dem Talentscouting-Programm berichtete etwa Alae Eddine Sanaa. Der 20-Jährige mit tunesischen Wurzeln lebt im Essener Norden. Das Talentzentrum wurde auf ihn aufmerksam, als er als Zehntklässler die damalige NRW-Schulministerin zu einem Gespräch an seine Schule einlud - und sie auch kam. Er erhielt ein Schülerstipendium. Das Zentrum half später dann auch bei der erfolgreichen Bewerbung um ein Stipendium des Deutschen Bundestags für ein Auslandsschuljahr in den USA. Demnächst beendet er die Schule und würde gerne etwas «in der politischen Richtung machen», wie er auf Nachfrage des Bundespräsidenten sagte.

Bei einem Besuch im Duisburger Logistikstandort «Logport» im Duisburger Hafen hatte Steinmeier das Ruhrgebiet zuvor als «Region im Transformationsprozess» bezeichnet. Strukturwandel könne eine neue Zukunft in eine Region wie Duisburg bringen. Er wisse, dass im Ruhrgebiet Menschen lebten, «die sich nicht unterkriegen lassen, die gemeinsam anpacken für eine bessere Zukunft».

Im vergangenen Jahr habe er bei einem Besuch im Stadtteil Marxloh versprochen, wiederzukommen, «um mir Duisburg auch als Chancenstadt, als Zukunftsstadt anzuschauen». Deshalb sei er nun im größten Binnenhafen Europas, «der weiter wächst und wo man vielleicht am deutlichsten zeigen kann, wie Strukturwandel im Ruhrgebiet funktioniert».

Geplant war auch noch ein Besuch im Biomedizinzentrum Dortmund. Zum Abschluss wollte Holthoff-Pförtner Steinmeier über den Prozess der Ruhrkonferenz informieren.

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