Konjunktur
NRW-Metallindustrie blickt sorgenvoll in die Zukunft

Immer mehr Metallbetriebe leiden unter dem weltweit wachsenden Protektionismus. Das wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt aus: Fast jedes fünfte Unternehmen plant in den nächsten Monaten mit Kurzarbeit.

Donnerstag, 02.01.2020, 12:51 Uhr aktualisiert: 02.01.2020, 13:02 Uhr
Die Metallindustrie in NRW startet sorgenvoll ins neue Jahr.
Die Metallindustrie in NRW startet sorgenvoll ins neue Jahr. Foto: Julian Stratenschulte

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Metallindustrie in Nordrhein-Westfalen startet sorgenvoll ins neue Jahr. Fast jeder fünfte Betrieb plant nach einer zum Jahreswechsel veröffentlichten Branchenumfrage des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie NRW für die nächsten sechs Monate mit Kurzarbeit.

Als exportorientierte Branche und Hersteller von Investitionsgütern seien die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie besonders von den Auswirkungen des wachsenden Protektionismus und der Unruhe auf den Weltmärkten betroffen, betonte der Präsident von Metall NRW, Arndt Kirchhoff. Die Umfrage sei «ein deutliches Warnsignal», betonte er und warnte vor weiteren Belastungen der Wirtschaft durch hohe Tarifabschlüsse, immer neue soziale Wohltaten und ökologische Prestigeprojekte.

33 Prozent der befragten Unternehmen bewerteten die eigene gegenwärtige Geschäftslage als schlecht. Zum Vergleich: Vor einem Jahr taten dies nur 9 Prozent. Nur ein Fünftel war mit der eigenen Situation zufrieden. Für die nächsten sechs Monate erwartet fast ein Drittel der Firmen rückläufige Geschäfte, nur 9 Prozent rechnen mit einer Besserung. Gerade einmal 14 Prozent der Betrieb bewerteten die eigene Ertragslage als «gut». Vor einem Jahr waren es noch doppelt so viele.

Das wirkt sich auch die Beschäftigungssituation aus. Rund 19 Prozent der Betriebe planen für die nächsten sechs Monate mit Kurzarbeit. Zum Vergleich: Im 1. Halbjahr 2019 gab es lediglich bei 3 Prozent der Betriebe Kurzarbeit. Während in den vergangenen sechs Monaten noch 23 Prozent der Firmen Neueinstellungen meldeten, planen dies für das nächste Halbjahr gerade einmal 11 Prozent. Dagegen rechnen 27 Prozent mit einer rückläufigen Beschäftigung.

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