Kein Terror-Hintergrund
Polizist erschoss 37-jährigen Angreifer in Gelsenkirchen

Gelsenkirchen/Münster -

Ein laut Polizei mit einem Messer bewaffneter Mann wurde in Gelsenkirchen von einem Polizisten erschossen. Die Ermittler gehen derzeit aber nicht von einem terroristischen Hintergrund aus.

Montag, 06.01.2020, 07:23 Uhr aktualisiert: 06.01.2020, 13:58 Uhr
Der abgesperrte Tatort vor der Gelsenkirchener Polizeistation.
Der abgesperrte Tatort vor der Gelsenkirchener Polizeistation. Foto: Stephan Witte/dpa

Am Sonntagabend um 19.41 ist ein 37-jähriger Gelsenkirchener von der Polizei erschossen worden. Nach ersten Erkenntnissen soll der Mann mit einem Knüppel auf einen geparkten Streifenwagen geschlagen haben. Der Wagen war vor der Polizeiwache Süd in der Ruhrgebietsstadt geparkt, sagte Christopher Grauwinkel, Sprecher der Polizei in Gelsenkirchen. 

Im weiteren Verlauf soll dann der 37-Jährige mit einem Messer hantiert und zwei 23 und 41 Jahre alte Polizisten bedroht haben. Zudem gehen die Ermittlungsbehörden Hinweisen nach, wonach der 37-Jährige dabei die Worte "Allahu Akbar" ("Gott ist groß") ausgerufen haben soll. Am Tatort wurde ein Messer gefunden. 

Hinweise auf psychische Erkrankung

Die Einzelheiten, insbesondere ob und in welcher Weise der Mann die Beamten angegriffen hat, ist Gegenstand der Ermittlungen, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Essen, der Polizei Gelsenkirchen und der Polizei Münster. Als gesichert gilt, dass der 23-Jahre alter Polizeianwärter insgesamt vier Schüsse auf den Mann abgegeben hat, die zu dessen unmittelbaren Tode führten.

Auf Grund des möglichen "Allahu Akbar"-Ausrufs bewertete die Polizei Gelsenkirchen den Angriff als Anschlag. Der 37-jährige Gelsenkirchener mit türkischer Staatsbürgerschaft war der Polizei bereits wegen mehrerer Gewalttaten bekannt, unter anderem wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Den Ermittlungsbehörden liegen auch Hinweise auf eine psychische Erkrankung des Mannes vor. 

Ermittlungen zum Motiv

Noch in der Nacht durchsuchten Spezialeinheiten der Polizei die Wohnung des 37-Jährigen in Gelsenkirchen. Die Durchsuchung hat - vorbehaltlich der noch ausstehenden Auswertung von Datenträgern - bisher die anfängliche Vermutung einer terroristischen Motivation nicht erhärtet.

Die Ermittlungen, insbesondere zu einem möglichen Motiv, dauern an.

Die Einsatzführung hat das zuständige Polizeipräsidium Münster übernommen. Die Ermittlungen zur Rechtmäßigkeit des Schusswaffengebrauchs werden aus Gründen der Neutralität beim Polizeipräsidium Krefeld geführt.

Die Ermittler bitten Zeugen, sich zu melden (kostenlose Rufnummer 0800-3040303). Möglicherweise hätten Passanten den 37-Jährigen vor der Tat beobachtet und könnten Angaben machen, heißt es in einer Polizeimitteilung.

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