Prozesse
Schulbus-Crash unter Drogen: Bewährungsstrafe für Fahrer

Paderborn (dpa/lnw) - Der Fahrer eines Schulbusses ist nach einem Unfall mit vielen Verletzten am Freitag in Paderborn zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Amtsgericht sah es als erwiesen an, dass der 44-Jährige den Unfall in Lichtenau bei Paderborn im vergangenen April unter Drogen-Einfluss verursachte. Der Mann erhielt wegen fahrlässiger Körperverletzung und vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung.

Freitag, 10.01.2020, 13:09 Uhr aktualisiert: 10.01.2020, 13:22 Uhr
Eine modellhafte Nachbildung der Justitia neben Aktenordnern.
Eine modellhafte Nachbildung der Justitia neben Aktenordnern. Foto: Volker Hartmann

Der Bus war auf einer Landstraße von der Straße abgekommen, hatte einen Baum entwurzelt und war völlig demoliert im Graben zum Stehen gekommen. Von 35 Insassen - die meisten davon Schulkinder - waren 23 verletzt worden. Eine Blutprobe belegte, dass der Fahrer Cannabis konsumiert hatte.

Vor dem Richter hatte der 44-Jährige die Vorwürfe eingeräumt. Er gab aber an, ihm sei vor Beginn der Fahrt nicht bewusst gewesen, dass er aufgrund des vorherigen Drogen-Konsums fahruntüchtig sein könnte. Dem Gericht zufolge nahm der Mann regelmäßig Drogen ein und hätte wissen müssen, dass er den Bus nicht steuern durfte. Der Mann, der seit dem Unfall keinen Führerschein mehr hat, muss zudem 2000 Euro an einen Anti-Drogen-Verein zahlen und eine Suchtberatung aufsuchen.

Einige Schulkinder hatten Gehirnerschütterungen, Prellungen sowie Platz- und Schnittwunden erlitten. Eine Zehnjährige galt damals als schwer verletzt. Eine 50 Jahre alte Insassin war mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht worden.

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