Umwelt
Horst Köhler fordert ökologisch-soziale Marktwirtschaft

Essen (dpa/lnw) - Alt-Bundespräsident Horst Köhler hat angesichts der Erderwärmung ein neues Wirtschaftsmodell gefordert. «Wir müssen unser bewährtes Modell der sozialen Marktwirtschaft umbauen zu einer Ökologisch-Sozialen Marktwirtschaft - und dabei beides, Ökologisch wie Sozial, groß schreiben», sagte der 76-Jährige laut Redemanuskript bei einer Rede am Freitagabend in Essen. Anlass war die Eröffnung der europäischen Kulturhauptstadt «Essen für das Ruhrgebiet» vor zehn Jahren durch Köhler als damals amtierender Bundespräsident.

Freitag, 10.01.2020, 19:57 Uhr aktualisiert: 10.01.2020, 20:12 Uhr
Horst Köhler (r.), früherer Bundespräsident, spricht im künstlichen Schneetreiben.
Horst Köhler (r.), früherer Bundespräsident, spricht im künstlichen Schneetreiben. Foto: Roland Weihrauch

Nötig sei eine «neue Große Transformation», wenn katastrophale Folgen der Erderwärmung noch aufgehalten werden sollten, sagte Köhler. «Sie verlangt die möglichst komplette Dekarbonisierung von Produktion und Konsum - also den Abschied von Kohle, Öl und langfristig auch Gas.» Nötig sei eine Wende hin zu Erneuerbaren Energien und einer Wiederentdeckung der Kreislaufwirtschaft. «Und auch ein neues Verständnis von Wohlstand.» Man werde Abschied nehmen müssen von liebgewonnenen Konsumgewohnheiten. «Aber ich sehe darin auch eine Chance, neu zu entdecken, was in unserem Leben wirklich Sinn und Glück stiftet.»

Köhler schenkte am Freitag dem Ruhr Museum den Hut, den er vor zehn Jahren im Schneetreiben bei der Open-Air-Eröffnungsfeier zu «Ruhr.2010» trug. «Mein Schwarzwälder Filzhut hat sich damals bestens bewährt», sagte der Alt-Bundespräsident in seiner Rede. Der Hut erhält einen Ehrenplatz in der Dauerausstellung des Regionalmuseums zur Geschichte der Region.

Vor zehn Jahren war auch das Ruhr Museum eröffnet worden, das sich auf dem Gelände des Unesco-Welterbes Zollverein befindet. Zum zehnjährigen Bestehen gibt es an diesem Wochenende (11. und 12. Januar) ein Museums- und Familienfest. Noch bis zum 25. Januar werden in den Abendstunden unter dem Motto «Zehn nach Zehn» Bilder und Videos des Kulturhauptstadtjahres 2010 auf Außenwände der Zeche Zollverein projiziert.

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