Notfälle
Vierfach-Bombenverdacht in Dortmund: Evakuierung gestartet

Ausgerechnet in der Nähe von zwei großen Dortmunder Kliniken schlummern vermutlich Weltkriegsblindgänger im Boden. Am Sonntag rücken deshalb Kampfmittelräumer an. Die Vorbereitungen sind aufwendig.

Samstag, 11.01.2020, 16:57 Uhr aktualisiert: 11.01.2020, 17:02 Uhr
Ein Containerwand zur Minderung einer möglichen Druckwelle im Dortmunder Klinikviertel.
Ein Containerwand zur Minderung einer möglichen Druckwelle im Dortmunder Klinikviertel. Foto: Bernd Thissen

Dortmund (dpa/lnw) - In Dortmund ist eine aufwendige Evakuierung angelaufen, weil in einem dicht besiedelten Wohngebiet in der Innenstadt vier Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet werden. Bis zu 14 000 Menschen müssen am Sonntagmorgen ihre Wohnungen verlassen haben.

Die Verdachtsstellen liegen in der Nähe von zwei Krankenhäusern. Am Samstag wurden deshalb Patienten mit Krankenwagen in andere Kliniken verlegt. Auch Bewohner von Altenheimen wurden in andere Einrichtungen gebracht. «Es läuft alles wie am Schnürchen», sagte eine Stadtsprecherin.

Die Krankenhäuser mussten deutlich weniger Patienten in andere Kliniken bringen als zunächst geplant. Nach Angaben der Stadt wurden insgesamt 58 Patienten verlegt. Viele waren bereits vor dem Wochenende entlassen worden oder konnten in den Teilen der Kliniken bleiben, für die keine Gefahr besteht.

Die Klinikgebäude werden mit Schutzwänden aus Containern vor möglichen Bombensplittern und Druckwellen geschützt. Dazu wurden am Samstag jeweils Container übereinander gesetzt, von denen die unteren mit tonnenschweren Betonsteinen beschwert waren.

Ob an den Verdachtsstellen tatsächlich Blindgänger liegen, soll sich am Sonntag herausstellen. Erst wenn die gefährdeten Bereiche menschenleer sind, übernehmen die Kampfmittelräumtrupps. Dann legen sie die Verdachtspunkte frei und können feststellen, ob sie es tatsächlich mit Fliegerbomben oder doch anderen metallischen Gegenständen zu tun haben. Nach Luftbildauswertungen und Bohrungen liege die Trefferwahrscheinlichkeit bei etwa 70 Prozent, hatte der zuständige Experte der Bezirksregierung Arnsberg für Gefahrenabwehr, Klaus Bekemeier, erläutert.

Ab Sonntagmittag wird auch der Bahnverkehr im Ruhrgebiet eingeschränkt. Der Fernverkehr wird großräumig umgeleitet. Regionalzüge wenden in größeren Bahnhöfen vor Dortmund oder nehmen ebenfalls Ausweichstrecken.

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