Gesundheit
Kardinal Woelki gegen Widerspruchslösung bei Organspende

Köln (dpa) - Vor der Bundestagsabstimmung über eine Neuregelung der Organspende hat sich der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki gegen eine Widerspruchslösung ausgesprochen. «Die Organspende muss freiwillig sein», sagte der Chef des größten deutschen Bistums in einem Videostatement. «Die Würde des Menschen ist auch im Sterben und sogar über den Tod hinaus unantastbar. Die Freiheit bei dieser Entscheidung darf deshalb nicht beschnitten werden.»

Donnerstag, 16.01.2020, 06:10 Uhr aktualisiert: 16.01.2020, 06:22 Uhr
Kardinal Rainer Maria Woelki blickt in die Kamera.
Kardinal Rainer Maria Woelki blickt in die Kamera. Foto: Rolf Vennenbernd

Die Widerspruchslösung habe den großen Nachteil, dass sie Menschen instrumentalisieren könne. Das gelte erst recht, wenn im Zweifelsfall nicht mehr die Angehörigen entscheiden sollten. Gleichzeitig betonte Woelki aber auch: Wer sich für die Organspende entscheide, verdiene die Hochachtung aller.

Eine Abgeordnetengruppe um Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und den SPD-Fachpolitiker Karl Lauterbach macht sich für eine «doppelte Widerspruchslösung» stark. Sie würde das bestehende Prinzip umkehren, dass Organentnahmen nur bei ausdrücklich erklärtem Ja zulässig sind. Stattdessen soll jeder automatisch Spender sein - man soll dem aber jederzeit widersprechen können. Die Abstimmung im Bundestag ist für Donnerstag geplant.

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