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Abschied von Ex-Minister: «Gewerkschafter durch und durch»

Dortmund (dpa/lnw) - Zahlreiche Menschen haben mit einer Trauerfeier vom verstorbenen ehemaligen Landesarbeitsminister Guntram Schneider Abschied genommen. Der SPD-Politiker und Gewerkschafter war am 3. Januar im Alter von 68 Jahren gestorben. In der voll besetzten Dortmunder Stadtkirche Sankt Reinoldi erwiesen am Donnerstag politische Wegbegleiter, Vertreter von DGB und IG-Metall, frühere Kabinettskollegen, Parteifreunde, aber auch Mitglieder der aktuellen Landesregierung Schneider die letzte Ehre.

Donnerstag, 16.01.2020, 13:43 Uhr aktualisiert: 16.01.2020, 13:52 Uhr
Der ehemalige nordrhein-westfälische Arbeitsminister, Guntram Schneider (SPD).
Der ehemalige nordrhein-westfälische Arbeitsminister, Guntram Schneider (SPD). Foto: Maja Hitij

Er werde seinen Freund und den «großen Genossen» Schneider in Erinnerung halten als einen, «der zeigt, was man alles schaffen kann, wenn man nur will und wenn man es mit anderen gemeinsam tut», sagte Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel in einer Rede. Schneider sei «unmissverständlich, streitbar, voller Witz und nie langweilig» gewesen. Er habe jede Art von Ungerechtigkeit bekämpft, hob Gabriel hervor.

In Vertretung des noch wegen der Gespräche zum Kohle-Ausstieg in Berlin verpflichteten NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet sprach Karl-Josef Laumann (beide CDU), Schneiders Amtsvorgänger als Arbeitsminister und heutiger NRW-Gesundheitsminister. Er würdigte Schneiders Geradlinigkeit, nannte ihn einen «Mann klarer Worte».

«Er war Gewerkschafter durch und durch», sagte die DGB-Landesvorsitzende, Anja Weber, in ihrer Gedenkrede. Er habe der Gewerkschaftsarbeit in NRW eine Stimme gegeben und dabei die Errungenschaft der Bewegung - Aufstieg durch Bildung - «selbst erlebt, gelebt und weitergetragen». Schneider wurde als Kind einer Flüchtlingsfamilie nach dem Zweiten Weltkrieg in Ostwestfalen geboren und hatte sich in seiner politischen Laufbahn stets für Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit eingesetzt, wie alle Redner hervorhoben.

In der Regierung von SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft war Schneider von 2010 bis 2015 für Arbeit, Soziales und Integration zuständig. Zuvor hatte der langjährige IG-Metaller den Deutschen Gewerkschaftsbund in NRW geführt. An seinen Geburtsort Gütersloh wird Schneider am Freitag im engsten Familienkreis beigesetzt.

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