Lebensmittel
Umweltschützer: Weniger Plastik bei Verpackung von Süßwaren

Köln -

Vor dem Start der jährlichen Süßwarenmesse ISM Cologne fordern Umweltschützer einen «Systemwechsel» bei der Verpackung der Süßigkeiten. «Der Umbruch muss jetzt stattfinden», fordert die Verpackungs-Referentin bei Greenpeace, Viola Wohlgemuth, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. 

Dienstag, 28.01.2020, 06:40 Uhr aktualisiert: 28.01.2020, 10:34 Uhr
Mit einer kleinen Schaufel nimmt jemand Süßigkeiten aus einem Behälter.
Mit einer kleinen Schaufel nimmt jemand Süßigkeiten aus einem Behälter. Foto: Lisa Krassuski

Es gebe einen Interessenkonflikt, denn: «Die Industrie will verpacken. Verpackung ermöglicht mehr Werbung.» Mit vielen Produkten, die in Plastik eingeschweißt oder stückweise einzeln verpackt sind, ist die Süßigkeitenbranche besonders verpackungsintensiv. Auf der Süßwarenmesse, die ab dem 2. Februar in Köln stattfindet, präsentieren Süßwaren- und Snack-Hersteller einem Fachpublikum Trends und Neuheiten.

Wohlgemuth fordert kompostierbare Verpackungen oder - noch besser - mehr Möglichkeiten zum unverpackten Einkaufen. «Es muss Rechtssicherheit geschaffen werden, damit unverpacktes Einkaufen einfacher wird», meint die Referentin. Bislang stelle die sogenannte Beweislast, mit der Händler ihre ausreichenden Hygiene-Standards für unverpacktes Verkaufen nachweisen müssen, ein Hindernis dar.

Verpackungstechnik-Experte Sven Sängerlaub von der Hochschule München meint: «Die öffentliche Meinung ist momentan kontra Plastik - gerade im Kontext der Meeresvermüllung.» Das sei allerdings nur teilweise gerechtfertigt. «Die Meeresvermüllung wird eher durch falsche Entsorgung verursacht.»

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