Auswertung des Navi-Spezialisten TomTom
Staus in Münster nehmen zu

Münster -

Immer mehr Stop and Go: In etlichen Großstädten nehmen die Staus einer Analyse zufolge zu, auch in Münster. Das trifft vor allem die Pendler auf dem Weg von und zur Arbeit.

Mittwoch, 29.01.2020, 09:39 Uhr aktualisiert: 29.01.2020, 09:50 Uhr
Auswertung des Navi-Spezialisten TomTom: Staus in Münster nehmen zu
„Um eine Trendwende im Verkehr zu schaffen, ist die Aufgabe der kommenden Jahre, die Anzahl der Fahrzeuge signifikant zu reduzieren“, meint Kartierungsspezialist TomTom Foto: dpa (Symbolbild)

Autofahrer stehen in etlichen Großstädten Nordrhein-Westfalens einer Analyse des Kartierungsspezialisten TomTom zufolge immer länger im Stau. Die Verkehrszunahme gehe einher mit der wachsenden Einwohnerzahl beispielsweise in Köln und Düsseldorf, wie das Unternehmen am Mittwoch berichtete. Auch in Münster ist das Stau-Niveau im Vergleich zum Vorjahr angestiegen.

In der Landeshauptstadt machten sich auch die Auswirkungen der Umweltspuren bemerkbar, mit denen ein Fahrverbot wegen zu hoher Belastung vermieden werden soll. In Köln und Düsseldorf verlieren zu Spitzenzeiten fahrende Pendler nach Modellrechnungen summiert auf das ganze Jahr etwa 4,5 Tage Zeit.

Hamburg ist deutsche Stau-Hauptstadt

Für den „TomTom Traffic Index“ für das Jahr 2019 wurden die Daten von Smartphones und fest verbauten Navigationssystemen für 416 Städte weltweit ausgewertet. Deutsche Stau-Hauptstadt war wie im Vorjahr Hamburg (34 Prozent, plus 1 Prozentpunkt). Die von TomTom berechnete Prozentzahl zeigt, wie viel länger eine Fahrt als Folge des Staus dauert. Das bedeutet im Fall von Hamburg, die Fahrzeit verlängert sich um ein Drittel im Tagesdurchschnitt gegenüber einer Fahrt ohne Verkehrsbehinderungen. Im Berufsverkehr sind es demnach in Hamburg morgens sogar 54 und abends 61 Prozent mehr. Keine andere deutsche Großstadt hat im Negativ-Ranking des Unternehmens höhere Werte.

In Nordrhein-Westfalen ist der Analyse zufolge das Problem in Bonn am stärksten mit einem Stau-Niveau von 29 Prozent (Platz 7 im Ranking). Weltweit nimmt übrigens die indische Stadt Bengaluru mit einem Stau-Niveau von 71 Prozent den unrühmlichen Spitzenplatz ein.

Fahrtzeit in Münster durch Stau 21 Prozent länger

Davon ist Münster glücklicherweise ein ganzes Stück entfernt. Die Stadt landete auf Platz 22 im deutschlandweiten Negativranking, nach Platz 20 im Jahr 2018. Zu den Stoßzeiten braucht man in Münster laut der  Auswertung von TomTom morgens 37 und abends 40 Prozent länger als bei freier Fahrt. Für einen sonst 30 Minuten langen Weg muss man also elf bzw. zwölf Minuten mehr einplanen. Die schlimmste Zeit ist demnach mittwochs zwischen 16 und 17 Uhr.

Der entspannteste Tag für Autofahrer war 2019 in Münster - zumindest was die Staulage auf den Straßen angeht - der 25. Dezember, der anstrengendste der 31. Oktober. Aufsummiert stand jeder Autofahrer in Münster im letzten Jahr drei Tage und 17 Stunden im Stau.

Zahl der Autos erneut gestiegen

TomTom verweist auf die erneut gestiegene Zahl an Autos. Im Gegensatz zur Fahrzeugzahl, die immer weiter wachse, sei es bei der bestehenden Infrastruktur kaum mehr möglich, diese sinnvoll zu erweitern. 

„Um eine Trendwende im Verkehr zu schaffen, ist die Aufgabe der kommenden Jahre, die Anzahl der Fahrzeuge signifikant zu reduzieren“, heißt es.

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