Energie
RWE will «angemessenen Abstand» zum Hambacher Forst halten

Der Hambacher Forst bleibt. Er muss für den Tagebau nicht verschwinden. Aber gerettet ist er aus Sicht der Waldschützer noch lange nicht. RWE sieht das anders.

Samstag, 01.02.2020, 10:55 Uhr aktualisiert: 01.02.2020, 11:02 Uhr
Ein Braunkohlebagger steht vor dem Hambacher Forst.
Ein Braunkohlebagger steht vor dem Hambacher Forst. Foto: David Young

Kerpen (dpa/lnw) - Der Energiekonzern RWE hat angekündigt, beim Betrieb des Tagebaus Hambach einen «angemessenen Abstand» zum Hambacher Forst zu halten. «So ist sichergestellt, dass weder der Wurzelbereich noch die Baumkronen Schaden nehmen können», teilte das Unternehmen mit. Unabhängig davon sei die Wasserversorgung der Bäume durch den Tagebau nicht gefährdet, da die Böden im Hambacher Forst sehr gut Feuchtigkeit speichern könnten. Die Vegetation im Hambacher Forst habe noch nie Kontakt zum Grundwasser gehabt. «Die Vegetation lebt seit jeher ausschließlich vom Niederschlag», stellte RWE fest.

Waldschützer befürchten, dass der Wald auch nach der Bund-Länder-Einigung zum Kohleausstieg bedroht ist. Durch die große Nähe der Bagger zum Wald, gerate der ohnehin gestresste Hambacher Forst noch mehr unter Druck, stellten Bürgerinitiative Buirer für Buir und der Umweltverband BUND fest. Eine Greenpeace-Studie hatte festgestellt, dass der Tagebau an heißen Sommertagen wie ein Brutofen wirke, der dem Wald alle Feuchtigkeit entziehe.

Grabungen bis an den Rand des Waldes würden außerdem eine Verbindung mit anderen Waldgebieten verhindern, stellte der BUND fest: «Das würde die Biotop-Qualität des Hambacher Waldes massiv beeinträchtigen.»

Nach der Bund-Länder-Einigung zum Kohleausstieg will RWE nach eigenen Angaben die Umplanung für den Tagebau Hambach Anfang Februar der Düsseldorfer Landesregierung vorlegen. Dabei sollen die Abbaugrenzen und -tiefen konkretisiert werden.

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