Prozesse
Bewährungsstrafen für Ex-Bordellbetreiber

Bonn (dpa/lnw) - Das Bonner Landgericht hat die ehemaligen Betreiber eines Bordells im Rhein-Sieg-Kreis wegen Steuerhinterziehung zu Bewährungsstrafen verurteilt. Die 55 Jahre alte Geschäftsführerin des Nachtclubs in Hennef bekam anderthalb Jahren Haft auf Bewährung, ihr mitangeklagter, gleichaltriger Ex-Lebenspartner erhielt am Montag eine zweijährige Bewährungsstrafe. Als Auflage müssen die beiden jeweils 150 Sozialstunden ableisten. Das Duo hatte dem Finanzamt zwischen 2008 und 2015 insgesamt 836 000 Euro vorenthalten.

Montag, 10.02.2020, 18:28 Uhr aktualisiert: 10.02.2020, 18:42 Uhr
Eine Bronzestatue der Justitia steht unter freiem Himmel.
Eine Bronzestatue der Justitia steht unter freiem Himmel. Foto: Arne Dedert

Weder sei dem Finanzamt die korrekte Zahl der arbeitenden Frauen angegeben, noch seien sämtliche Einnahmen deklariert worden, so der Vorwurf. Da die Prostituierten nicht auf eigene Rechnung gearbeitet hätten, sondern vom Bordell angestellt gewesen seien, hätten die Betreiber entsprechend Steuern zahlen müssen.

Die beiden Angeklagten legten in dem Prozess ein Geständnis ab. Die Kammer hatte ihnen zuvor eine Bewährungsstrafe in Aussicht gestellt, falls sie den Fall aufklären. Nicht zuletzt, weil die Finanzbehörden viel zu lange untätig gewesen seien.

Das Bordell wurde bereits 2016 geschlossen. Beide Angeklagte zogen sich anschließend aus dem Rotlichtmilieu zurück. Von dem einst luxuriösen Lebensstandard, so hieß es, sei nichts mehr übrig.

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