Krankheiten
Landrat: Medizinische Versorgung im Kreis wird schwieriger

Heinsberg (dpa/lnw) - Der Landrat des besonders vom Coronavirus betroffenen Kreises Heinsberg erwägt Ausnahme-Regeln für Ärzte, damit trotz der neuartigen Krankheit die medizinische Versorgung sichergestellt ist. Diese zu gewährleisten werde im Kreis derzeit zunehmend schwierig, betonte Landrat Stephan Pusch (CDU) am Montag in einer Videobotschaft bei Facebook. Er sprach von einer «ernsten» Situation.

Montag, 02.03.2020, 19:11 Uhr aktualisiert: 02.03.2020, 19:22 Uhr
Ein Fahrzeug der Feuerwehr steht vor dem Rathaus in Gangelt.
Ein Fahrzeug der Feuerwehr steht vor dem Rathaus in Gangelt. Foto: Arnulf Stoffel

Immer mehr Praxen meldeten sich beim Gesundheitsamt ab. Nach den Vorschriften des Robert Koch-Institutes (RKI) müsse medizinisches Personal nach Kontakt zu Infizierten 14 Tage in Quarantäne. Es sei nun die Frage, ob der Kreis abweichende Richtlinien herausgebe, wenn das Personal «keinerlei Symptome» zeige und «entsprechende Schutzvorrichtungen» getroffen würden, so Pusch.

Es gehe um Patienten, die zum Beispiel mit Verdacht auf einen Herzinfarkt behandelt werden müssten. «Für den ist erstmal sekundär, ob die abstrakte Gefahr besteht, dass er sich bei diesem Arztbesuch noch mit dem Coronavirus ansteckt», sagte Pusch.

Laut Zahlen vom Montagnachmittag gibt es in NRW 92 bestätigte Coronavirus-Infektionen. Die betroffenen Personen hätten meistens direkt oder indirekt Bezug zum Kreis Heinsberg, teilte das Gesundheitsministerium mit.

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