Einzelhandel
Benko: Stellenabbau bei Karstadt Kaufhof praktisch beendet

Düsseldorf (dpa) - Der nach der Fusion der Warenhausketten Karstadt und Kaufhof eingeleitete Stellenabbau ist nach den Worten des Eigentümers von Galeria Karstadt Kaufhof, René Benko, praktisch abgeschlossen. «Die Zeit des Stellenabbaus bei Karstadt ist schon länger vorbei, aber auch bei Kaufhof sind wir de facto durch den gesamten Stellenabbau durch», sagte der österreichische Immobilienunternehmer am Montagabend beim Ständehaus-Treff der Rheinischen Post Mediengruppe in Düsseldorf. Knapp 30 000 Beschäftigte in den Kaufhäusern hätten heute einen stabilen Arbeitgeber.

Dienstag, 03.03.2020, 05:14 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 05:22 Uhr
Rene Benko, österreichischer Immobilien-Unternehmer, während eines Interviews.
Rene Benko, österreichischer Immobilien-Unternehmer, während eines Interviews. Foto: Marcel Kusch

Der Unternehmer bekräftigte, er sei überzeugt, dass auch in Zukunft «eine moderne Form von einem Warenhaus wesentliche Funktionen in der Entwicklung von Innenstädten haben wird». Seine Signa-Gruppe habe dazu einige Ideen. Der Zusammenschluss der Traditionsunternehmen sei dabei ein wichtiger Schritt.

Der Selfmade-Milliardär, der sein Vermögen im Immobiliengeschäft gemacht hat, betonte, er sehe sich «mittlerweile auch als Händler». Die eigentliche Bewährungsprobe steht ihm dabei allerdings noch bevor. Er muss nun beweisen, dass er dem oft totgesagten Warenhausgeschäft tatsächlich neues Leben einhauchen kann.

Es ist eine Mammutaufgabe. Denn seit Jahrzehnten geht es mit den Warenhäusern in Deutschland eigentlich nur noch bergab. Kamen Karstadt, Kaufhof und ihre inzwischen vom Markt verschwundenen Konkurrenten wie Hertie oder Horten im Einzelhandel in den Wirtschaftswunderjahren noch auf einen Marktanteil von bis zu 15 Prozent, so ist er inzwischen auf deutlich weniger als 3 Prozent geschrumpft. Der Online-Handel, Einkaufscenter und veränderte Einkaufsgewohnheiten forderten ihren Tribut. Der Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof gilt deshalb als letzte Chance für das in die Jahre gekommene Geschäftsmodell.

Nachrichten-Ticker