Gesundheit
Aachen weicht von RKI-Empfehlung ab: Betrieb sichern

Aachen (dpa/lnw) - Die Stadt und die Region Aachen weichen von geltenden Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zum Coronavirus ab, um den Betrieb von Krankenhäusern sicherzustellen. Bei einer Infektion in der Belegschaft auf einer Station werden Mitarbeiter ohne Krankheits-Symptome nicht mehr vorsorglich unter Quarantäne gestellt, wie die Stadt am Dienstag mitteilte. Nach Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) seien dagegen in einem solchen Fall alle Mitarbeiter in Quarantäne zu schicken. Zudem könnten zum Schutz besonders gefährdeter Patientengruppen Besuchsverbote erlassen werden. Über den Beschluss der Krisenstäbe sei das NRW-Gesundheitsministerium informiert, so die Stadt.

Dienstag, 03.03.2020, 13:05 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 13:51 Uhr

Die bisherige Regelung könne ganze Stationen lahmlegen und perspektivisch sogar den Betrieb ganzer Krankenhäuser, begründeten die Krisenstäbe die Entscheidung. Nach einer auf das Coronavirus positiv getesteten Pflegekraft auf der Frühgeborenenstation hatte die Uniklinik den Krisenstäben die Folgen deutlich gemacht: Weil die Frau auf der Intensivstation Kontakt mit 45 Kräften hatte, hätten die nach RKI-Empfehlungen 14 Tage lang unter Quarantäne gestellt werden müssen. Damit wäre die Arbeit auf der Intensivstation zum Erliegen kommen, so die Klinik.

Zuvor hatte der Kreis Heinsberg RKI-Empfehlungen für medizinisches Personal kritisiert. Landrat Stephan Pusch hatte Ausnahme-Regeln erwogen, um die medizinische Versorgung sicherzustellen. Die Gewährleistung der Versorgung werde im Kreis derzeit zunehmend schwierig.

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