Umweltverschmutzung
Kokerei in Bottrop stößt zu viele Schadstoffe aus

Bottrop (dpa/lnw) - Die Kokerei Prosper des Stahlkonzerns ArcelorMittal in Bottrop steht wegen eines weiterhin zu hohen Schadstoffausstoßes in der Kritik. Die Bezirksregierung Münster kündigte am Dienstag an, die Anlage erneut von einem externen Gutachter überprüfen zu lassen. Messungen des Landesumweltamtes hätten ergeben, dass der Ausstoß an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) auch 2019 über dem Zielwert gelegen und im Vergleich zu 2018 sogar noch gestiegen sei. Die Bezirksregierung will ArcelorMittal «wenn nötig kurzfristig weitere Vorgaben machen», um die Messwerte zu senken.

Dienstag, 03.03.2020, 17:17 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 17:32 Uhr

Die Stadt Bottrop teilte mit, dass nach neuen Messungen die PAK-Belastung in dafür angepflanztem Grünkohl gestiegen sei. Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler (SPD) sagte mit Blick auf ArcelorMittal: «Hier wurden Versprechungen gemacht, die nicht eingehalten wurden.» Nach Anzeigen von Anwohnern ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Essen. Die Ermittlungen dauerten noch an, sagte eine Sprecherin der Behörde am Dienstag.

Arcelor Mittal teilte mit, die technische Verbesserung der Anlagen in Bottrop habe höchste Priorität. Von der mittelfristigen Wirksamkeit bereits ergriffener Maßnahmen sei man überzeugt. Erste Messungen aus dem Januar zeigten bereits deutliche Verbesserungen. Die Ergebnisse würden regelmäßig und zeitnah durch ein unabhängiges Institut ausgewertet. ArcelorMittal hatte unter anderem beschädigte Ofentüren ausgetauscht. Bei neuen Schäden an den Türen soll dies künftig schneller geschehen.

Nachrichten-Ticker