Kriminalität
Polizei warnt Senioren vor neuer Trickbetrugs-Masche

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Polizei warnt vor einer neuen, besonders ausgeklügelten Masche von Trickbetrügern. Es handele sich um eine Kombination aus Enkeltrick und Falsche-Polizisten-Masche, die auf Menschen gemünzt sei, die auf die bereits bekannten Trickbetrugsvarianten nicht hereinfallen, berichteten Düsseldorfer Ermittler am Mittwoch.

Mittwoch, 04.03.2020, 17:38 Uhr aktualisiert: 04.03.2020, 17:52 Uhr
Ein Polizist mit Handschellen und Pistole am Gürtel.
Ein Polizist mit Handschellen und Pistole am Gürtel. Foto: Oliver Berg

Eine 77-jährige Geschäftsfrau schilderte, wie sie einen Tag zuvor von Betrügern kontaktiert worden sei: Zunächst habe sich ein Unbekannter telefonisch gemeldet und als ihr Neffe ausgegeben. Er benötige dringend 35 000 Euro von ihr. Als sie ihn misstrauisch nach den Namen seiner Kinder gefragt habe, habe der Anrufer aufgelegt.

Kurze Zeit später habe das Telefon erneut geklingelt und eine Frau habe sich als Polizistin vorgestellt. Man habe das eben geführte Telefonat mitgehört, weil man eine Telefonüberwachung gegen Trickbetrüger geschaltet habe. Sie sei ins Visier von Trickbetrügern geraten.

Dann sei sie gefragt worden, ob sie bereit sei mitzuhelfen, die Betrüger zu überführen. Zum Schein solle sie auf den angeblich in Not geratenen Verwandten eingehen und ihm das Geld zusagen. Die Geldübergabe werde dann von der Polizei überwacht, es könne nichts geschen. Tatsächlich steckten auch hinter diesem Anruf der vermeintlichen Polizistin Trickbetrüger.

Der Geschäftsfrau war es zwischenzeitlich gelungen, die echte Polizei über Notruf zu kontaktieren. Betrugsermittler brachten kurz darauf fingierte Geldscheinnummern und Kontonummern mit, um für Kontrollfragen der Betrüger gewappnet zu sein.

Tatsächlich hätten sich diese wieder gemeldet und nach Geldschein-Nummern und Stückelung der Summe von 35 000 Euro gefragt. Bald darauf sei eine zuvor beschriebene Abholerin erschienen.

Vermutlich weil eine Zivilbeamtin vor der Geldübergabe zu schnell aus dem Haus trat, brach die Abholerin den Coup ab und versuchte zu flüchten. Sie konnte aber festgenommen werden. Am Mittwoch erließ ein Richter Haftbefehl gegen die 51-Jährige. Diese sei ohne festen Wohnsitz in Deutschland und bereits als Einbrecherin in Erscheinung getreten.

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