Prozesse
Sechs Jahre Haft wegen bandenmäßigen Betrugs

Düsseldorf (dpa/lnw) - Im Prozess um die Betrugsmasche mit falschen Polizisten ist ein Bandenmitglied aus Erkrath vom Landgericht Düsseldorf zu sechs Haft verurteilt worden. Der 32-Jährige hat gestanden, sich am bandenmäßigen Betrug von Senioren beteiligt und diese in acht Fällen um knapp 1,6 Millionen Euro geprellt zu haben.

Donnerstag, 05.03.2020, 12:49 Uhr aktualisiert: 05.03.2020, 13:02 Uhr
Auf einer Richterbank im Landgericht liegt ein Richterhammer aus Holz.
Auf einer Richterbank im Landgericht liegt ein Richterhammer aus Holz. Foto: Uli Deck

Der Angeklagte spielte aus Sicht der Richter nur eine untergeordnete Rolle. Er habe das Abholen der Beute und deren Weitertransport zu den Drahtziehern in der Türkei koordiniert und dafür nach Berechnungen des Gerichts etwa 12 000 Euro kassiert. Die Strafkammer wertete die Weitergabe der erbeuteten Vermögenswerte - darunter neben hohen sechsstelligen Geldsummen auch kiloweise Gold - in ihrem Urteil am Donnerstag als gewerbsmäßige Hehlerei und Geldwäsche.

Senioren waren aus einem Call-Center im türkischen Izmir vor einer vermeintlichen Einbruchsserie gewarnt und überzeugt worden, einem angeblichen Polizisten Geld und Schmuck zu übergeben. Zum Teil wurden die betagten Opfer über mehrere Tage hinweg und in mehrstündigen Telefonaten systematisch verunsichert, erklärte der Richter.

Grundlage der Verurteilung waren laut dem Richter das Geständnis des Angeklagten, die Auswertung mitgehörter Telefonate, Abhörmitschnitte aus der Wohnung sowie Zeugenaussagen. Der Richter würdigte, dass der Angeklagte seine Tatbeteiligung bereut habe. Ob der 32-Jährige das Urteil akzeptiert, konnte sein Verteidiger noch nicht sagen.

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