Atom
Proteste gegen geplantes Lager für Atomabfälle in Würgassen

Würgassen (dpa/lnw) - Ein geplantes zentrales Lager für radioaktive Abfälle aus ganz Deutschland auf dem Gelände des früheren AKW Würgassen hat Proteste ausgelöst. Ein solches Bereitstellungslager für das Endlager Schacht Konrad im niedersächsischen Salzgitter «zementiert einen Irrweg», kritisierte die Umweltorganisation BUND. Schacht Konrad «entspricht nicht dem Stand von Wissenschaft und Technik und würde heute nicht mehr genehmigt werden», betonte BUND-Chef Olaf Bandt.

Freitag, 06.03.2020, 17:11 Uhr aktualisiert: 06.03.2020, 17:22 Uhr

Die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung hatte zuvor mitgeteilt, dass sie eine oberirdische Stahlbetonhalle für Behälter mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen aus Zwischenlagern bauen will. In dem angestrebten «Logistikzentrum» würden die Abfälle gesammelt, sortiert und so zusammengestellt, dass man sie schnellstmöglich ins Endlager Konrad bringen könne - Deutschlands erstes atomrechtlich genehmigtes Endlager. Die Planung im Länderdreieck von NRW, Niedersachsen und Hessen seien mit dem Bundesumweltministerium abgestimmt.

Der BUND meinte, um das Planfeststellungsverfahren nicht wieder öffnen zu müssen und ein Aus des Projekts Schacht Konrad zu riskieren, setze man nun auf das rund 100 Kilometer entfernte Würgassen. Das sei «ein Eingeständnis politischer Fehlplanung.» Die Linke-Fraktion warnte in Berlin, damit verdoppele sich die Zahl der gefährlichen Transporte mit leicht- und mittelradioaktivem Atommüll. Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) sprach von einer unverantwortlichen Planung. Der atomkritischen «Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad» zufolge war nach der AKW-Stilllegung in Würgassen eine «grüne Wiese» auf dem Areal versprochen worden - aber kein «Lager mit strahlendem Atommüll».

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